Richtig tapezieren – Die Anleitung für Anfänger und Profis

Von | 27. Februar 2018
Frau mit braunen Haaren und Zopf bringt eine gelbliche Tapete an einer weißen Wand an.
©auremar/123RF

Manchmal braucht man einfach einen Tapetenwechsel im Leben – am besten beginnt man diesen in den eigenen vier Wänden. Um Ihnen die Arbeit leichter zu machen, haben wie hier die wichtigsten Punkte, die man berücksichtigen muss, zusammengefasst.

Wie findet man die richtige Tapete?

Es gibt eine Vielzahl an Tapeten, aus denen Sie wählen können:

  • Raufasertapeten: Der am weitesten verbreitete Wandbelag besteht aus überwiegend Altpapier, sowie Zellstoff und Holzspänen. Raufasertapeten können problemlos überstrichen werden.
  • Vliestapeten: Die am einfachsten zu verarbeitende Tapete wird aus einer atmungsaktiven Zellstoff-Textilfaser-Kombination hergestellt. Es gibt sie mit ganz glatter bis hin zu mit Mustern geprägter Oberfläche und als bedruckte Fertigvliestapeten. Diese Tapeten benötigen keine Weichzeiten, der Kleister wird einfach direkt auf die Wand aufgetragen.
  • Mustertapeten: Diese setzen sich hauptsächlich aus Zellulosebestandteilen zusammen und sind mit verschiedenen Mustern und Motiven bedruckt. Es gibt Tapeten “mit Ansatz”, wobei darauf zu achten ist, dass das Muster bei der folgenden Bahn nahtlos anschließt und Tapeten, die ansatzfrei zu verarbeiten sind, d.h. jede Bahn kann beliebig an der vorherigen Bahn angesetzt werden, da kein Muster zu beachten ist.
  • Fototapeten: Die individuellste Tapete gibt es auf der Basis unterschiedlicher Materialien. Das Motiv bildet meist ein Foto, mitunter auch eine digital erstellte Grafik, die häufig Landschaften und Ähnliches darstellt.
  • Weitere Tapeten: Beispielsweise Flüssigtapete, Prägetapete, Glasgewebetapete, Kunststofftapete, Textiltapete, Seidentapete, Metalleffekttapete, Untertapete und Tapetenbordüre.

Welches Zubehör wird zum Tapezieren benötigt?

Mit den folgenden Utensilien sollten Sie bereit fürs Tapezieren sein:

  • Tapete
  • Kleister
  • Eimer für den Kleister
  • Quast/Kleisterbürste
  • Tapeziermesser/-schere
  • Maßstab, z.B. ein Zollstock
  • Nahtroller
  • Wasserwaage & Bleistift
  • Tapezier-Bürste
  • Tapeziertisch
  • Trittleiter

Sollten Sie keinen Tapeziertisch haben, so kann dieser auch in den meisten Baumärkten ohne Probleme ausgeliehen werden. Auf der Verpackung der Tapete erfahren Sie, für wie viele Quadratmeter Wand der Inhalt ausreicht. Die Menge des Kleisters hängt wiederum hiervon ab.

Schritt für Schritt – wie tapeziert man?

Vorbereitung

Um erfolgreich zu tapezieren ist ein guter Untergrund ein absolutes Muss. Beachten Sie deshalb folgende Punkte:

  • Verschmutzung: Entfernen Sie Verschmutzungen wie Spinnenweben oder Markierungen mit Kugelschreiber, da diese sonst später durch die Tapete durchscheinen können.
  • Ebenheit: Prüfen Sie die Wand auf Unebenheiten und korrigieren Sie diese durch Spachteln oder Schleifen.
  • Feuchtigkeit: Die Wand muss vor dem Tapezieren unbedingt trocken sein. Stellen Sie sicher, dass dies der Fall ist. Sollte die Wand feucht sein, suchen Sie nach der Ursache.
  • Saugverhalten: Optimieren Sie das Saugverhalten der Wand, in dem Sie sie vor dem tapezieren grundieren. Dies sorgt dafür, dass die Wand den Kleister nicht wie ein Schwamm aufsaugt und die Tapeten deshalb unschön und nicht richtig haften.

Beachten Sie außerdem:

Eine Tapetenrolle hat in trockenem Zustand meist eine Breite von 53 cm, welche während der Einweichzeit auf etwa 54 cm anwächst. Die Tapete behält ihre Breite, wenn der Kleister schneller trocknet, als die Tapete selbst.

Nicht säuberlich entfernte Tapetenreste, geöffnete Türen oder Fenster, nicht-ausgeschaltete Heizkörper und die falsche Einweichzeit können den Trocknungsprozess negativ beeinflussen und führen zu unebenen, sichtbaren Nähten, und unschönen Falten und Wulsten.

Tapezieren

Schritt 1 – Zuschneiden: Fügen Sie mindestens 5 bis 10 cm zur Raumhöhe hinzu und beachten Sie immer die Muster (falls vorhanden).

Schritt 2 – Einkleistern: Streichen Sie nur so viele Bahnen gleichzeitig mit Kleister ein, die Sie in zehn bis 15 Minuten auch verarbeiten können. Halten Sie für alle Bahnen die gleiche Weichzeit ein (Angaben des Herstellers beachten). Legen Sie die Bahnen nach der Zweidrittel- (oben)/Eindrittel- (unten) Methode zusammen.

Schritt 3 – Ausloten: Loten Sie die erste Bahn an der Wand senkrecht aus, damit die folgenden Bahnen gerade verlaufen. Tapezieren Sie stets mit dem Licht, also von der Fensterseite kommend.

Schritt 4 – Kleben: Bringen Sie die erste Bahn mit leichtem Überstand zur Decke an, um eventuelle Unebenheiten auszugleichen. Richten Sie die Bahn dann zur Senkrechten aus und drücken Sie sie von der Mitte aus blasenfrei an.

Schritt 5 – Steckdosen: Schalten Sie die Sicherungen immer aus! Entfernen Sie die Abdeckungen, übertapezieren Sie und schneiden Sie die Steckdosen anschließend mit einem scharfen Allzweckmesser frei. Setzen Sie die Abdeckungen dann wieder ein.

Schritt 6 – Nähte: Drücken Sie die Nähte bei Bedarf mit einem konischen, glatten Nahtroller an.

Schritt 7 – Fußleisten: Drücken Sie die an der Wand ausgerichtete Tapetenbahn in den Fußleistenwinkel und markieren Sie die Kante mit einem Bleistift. Schneiden Sie die überschüssige Tapete mit einer Tapezierschere oder einem Allzweckmesser ab.

Schritt 8 – Ecken: Schneiden Sie die Tapetenbahn in der Länge zu, sodass nur 1 bis 2 cm um die Ecke zu kleben sind. Schneiden Sie den überstehenden Teil mehrmals ein und verkleben Sie ihn um die Ecke.

Schritt 9 – Fenster(-nischen): Schneiden Sie die Bahn vom Fenstersturz und von der Fensterbank waagerecht ein und kleben Sie einige Zentimeter um die Ecke. Schneiden Sie Tapetenstücke für die Fensterlaibung zu und setzen Sie an der Außenecke an. Verfahren Sie ebenso am Fenstersturz.

Schritt 10 – Trocknen: Vermeiden Sie zu viel Wärme und vor allem Zugluft. Versuchen Sie die optimale Raumtemperatur zwischen 15 und 20°C einzuhalten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.