Dübelarten – So finden Sie die richtigen Dübel!

Von | 30. März 2018
Kunststoff-Dübel
Dübelarten ©Bancha Chuamuangpan /123RF

Das Dübeln ist heute eine der meistgenutzten Formen der Verbindungstechnik, denn zur Befestigung an Wänden und Decken können Dübel aus jeglichen Baustoffarten verwendet werden. Den richtigen Dübel für das Bauvorhaben zu finden ist jedoch nicht immer einfach, denn verschiedene Baustoffe benötigen verschiedene Dübelarten.

Zudem ist das Dübeln selbst ein wenig trickreich. Denn Dübel- und Schraubenlänge sowie Durchmesser müssen zusammenpassen, damit ein einwandfreies und sicheres Ergebnis entsteht. Wie genau man diese Werte errechnet, zeigen wir Ihnen anhand von einfachen Faustformeln, die auch Profis nutzen.

Welche Dübel für welche Wand?

Bringen Sie Schränke, Regale oder Bilder an Ihrer Wand an und sind auf der Suche nach dem optimalen Dübel, stehen Sie im Baumarkt vor einer irritierenden Vielfalt. Sie finden Dübel aus Kunststoff, Dübel aus Metall und Ausführungen mit ganz unterschiedlichen Eigenschaften. Die einfachste Frage die Sie bereits vor dem Weg in den Baumarkt beantworten sollten, ist die Frage nach der Größe, die zu den Schrauben passen muss und nur so für perfekten Halt sorgen kann.

Dübel aus Kunststoff oder Metall?

Von der logischen Betrachtung der Materialbeschaffenheit könnte man meinen, dass ein Dübel aus Metall immer stabiler ist als ein Kunststoffdübel. Doch muss dies nicht primär der Fall sein, da Sie die richtige Auswahl anhand des Materials Ihrer Wand und der späteren Belastung des angebrachten Möbelstücks treffen sollten.

 

Metalldübel

©Sergey Kovtunenko/123RF

Wie tief muss ein Dübel in die Wand eingebracht werden?

Eine weitere Frage ist: Wie tief muss ein Dübel in die Wand eingebracht werden? Hier tendieren viele Heimwerker dazu, sich für sehr lange Dübel zu entscheiden und mit diesem Hintergrund von einer stabileren Befestigung auszugehen. Ein sehr langer Spreizdübel in einer Wand aus Gipskarton oder im Mauerwerk kann jedoch zu einem Problem werden. Spreizt er beispielsweise in der Dämmung und findet keinen Widerstand, schränkt dies die Festigkeit der Verbindung ein.

Die Stabilität der Anbringung vergrößert sich nicht, wird ein größerer und längerer Dübel gewählt. Ebenso wenig nimmt die Entscheidung für Metall oder Kunststoff einen Einfluss, ist diese nicht optimal auf die Beschaffenheit der Wand abgestimmt. Wenn schwere Hängeschränke oder Regale im Gipskarton angebracht werden sollen, empfiehlt sich allerdings schon eine Verwendung von Metalldübeln.

Diese Wahl orientiert sich aber nicht an der Materialdichte, sondern an der einfacheren Einbringung des Dübels in der Wand. Im Gegensatz zu anderen Wandmaterialien wird bei Gipskarton nicht gebohrt und der Spezialdübel mit dem Schraubendreher in der Wand verbracht. Daher verfügt er über eine scharfkantige Spitze, durch die ein präziser Ansatz und die gerade Einbringung des Trockenbaudübels begünstigt wird.

So hält der Dübel

Haben Sie sich für die gewünschte Größe und das bevorzugte Material entschieden, sollten Sie sich die Hinweise des Herstellers auf der Verpackung beachten. Denn diese geben Auskunft darüber, ob Ihre Entscheidung zum Wandmaterial passt und somit eine perfekte Einbringung mit stabiler Verbindung ermöglicht.

Stimmen Sie die Schraube präzise auf den gewählten Dübel ab.

Plastikdübel

©Yaroslav Domnitsky/123RF

Ob ein Dübel fest in der Wand sitzt und keinen Bewegungsspiel hat oder gar herausrutschen kann, hängt von einigen weiteren Faktoren ab. Bohren Sie das Loch nicht zu groß und stimmen die Schraube präzise auf den gewählten Dübel ab. In einem zu klein gewählten Bohrloch würden Sie den Dübel beim Einbringen beschädigen. In einer zu groß gebohrten Öffnung würde dieser wiederum zu viel Bewegungsspielraum haben.

Ein Spreizdübel spreizt nicht direkt beim Einbringen in die Wand, sondern durch die später befestigte Schraube. Diese kann also länger als der eigentliche Dübel sein und sorgt so für die notwendige Öffnung der Dübelspitze, die sich in der Wand verankert und den maximalen Halt begünstigt.

Orientieren Sie sich nicht primär am Material, sondern prüfen Sie, ob die gewählten Dübel sich für die Beschaffenheit Ihrer Wand eignen und die richtige Größe haben. Ob eine Verbindung hält, können Sie mit einem kräftigen Ziehen an der Schraube herausfinden und sich sicher sein, wenn kein Bohrstaub aus der Öffnung dringt.

Die richtigen Schrauben zum Dübel

Vor Arbeitsbeginn sollte darauf geachtet werden, dass man alle erforderlichen Materialien direkt zur Hand hat. Besonders wichtig ist beim Bohren, dass die Dübel mit den Schrauben zusammenpassen und die richtige Größe zur Anbringung gewählt worden ist. Denn der Dübel trägt letztendlich die komplette Belastung.

Ein Heimwerker hat es beim Schrauben und Bohren nicht immer leicht, denn die richtige Größenwahl des Dübels stellt ihn häufig vor ein kleines Problem. Als kleine Hilfe lässt sich daher sagen, dass eine 4 oder 5 Millimeter Schraube passend für einen 8 Millimeter Dübel und eine 3 Millimeter Schraube für einen 6 Millimeter Dübel ist. Diese Größen finden großteils ihren Einsatz im Haushalt, da sie sehr gängig sind.

Wichtig bei der Kombination von Dübel und Schraube ist jedoch, dass die Schraube niemals länger als der Dübel sein sollte.

Schraube mit Dübel

©losgar/123RF

Richtig dübeln – so geht’s

Dübel und Schrauben liegen bereit, nun können die erforderlichen Löcher gebohrt werden. Vor dem Bohren sollte mit einem Prüfgerät die Wand nach einer Strom- oder Wasserleitung abgesucht werden, damit diese nicht versehentlich getroffen werden kann. Danach sollte die richtige Position der Löcher ermittelt und diese mit einem Bleistift gekennzeichnet werden. Der Bohrer sollte den gleichen Durchmesser wie der Dübel aufweisen, damit die Schraube letztendlich auch passt.

Für einen besseren Halt der Bohrmaschine empfiehlt es sich, mit einem Nagel eine kleine Vertiefung in die Kennzeichnung zu schlagen. Nun kann das Bohren beginnen. Zum Anbohren ist es hilfreich, nur eine geringe Drehzahl zu verwenden, um ein Abrutschen zu verhindern. Ist der Bohrer ein Stück weit in das Mauerwerk gedrungen, sollte die Drehzahl erhöht werden, um die notwendige Tiefe des Bohrloches zu erreichen.

Beim Bohren ist darauf zu achten, dass die Maschine immer waagerecht gehalten wird, damit das Loch gerade wird. Wird der Bohrer aus dem Loch herausgezogen, ist es notwendig, den Bohrer mit einer geringen Drehzahl laufen zu lassen, damit das Loch nicht ausreißt.

Dübel und Schrauben setzen

Nach Bohren des Loches sollte der Bohrstaub aus dem Loch etwas entfernt werden, damit ein besserer Halt vom Dübel gegeben ist. Jetzt kann der Dübel im Bohrloch versenkt werden, wobei manchmal kleine Hammerschläge notwendig sind. Nun finden die Schrauben ihren Einsatz, denn das vorbereitete Regal oder die Gardinenstange kann angebracht werden.

Auch hier gilt es darauf zu achten, dass die Größe des Bits passend zur Schraube ist, damit man beim Schrauben nicht abrutscht. Das Hineindrehen der Schraube erfordert häufig einen stärkeren Kraftaufwand, doch so wird eine lange und vor allem sichere Verbindung garantiert.

Dübel – So setzt man die Alleskönner der Verbindungstechnik richtig ein:

Die Sache mit der Mathe… Zwar werden die Nominalwerte der Dübel auf der Packung angegeben, gerade Anfänger sind bei der Auswahl des Bohrers, der Schraubenlänge sowie der Bohrtiefe überfordert. Deswegen gibt es drei einfache Faustformeln, die für die meistverwendeten Arten von Dübeln, nämlich Formschluss (Allzweck-Dämmstoff-Dübel) und Reibschluss (Kunststoff-Allzweckdübel) gelten.

  1. Bohrlochtiefe = Dübellänge + Schraubendurchmesser
  2. Schraubenlänge = Schraubendurchmesser + Dübellänge + Montageteil
    Das Ergebnis kann auf die nächstgroße Normschraubenlänge aufgerundet werden.
  3. Bohrerdurchmesser = Dübeldurchmesser (Achtung! gilt nur für Allzweck-Dübel)

Ebenfalls wichtig sind die Dübelabstände, beispielsweise zu Kanten oder Ecken im Mauerwerk. Hierfür gibt es die folgenden Faustformeln:

  • In Beton entspricht der optimale Abstand etwa dem Zweifachen der Dübellänge, die Eckabstände sind gleich der Dübellänge.
  • In Mauerwerk entspricht der optimale Abstand etwa dem Vierfachen der Dübellänge, die Eckabstände dem Zweifachen der Dübellänge.
  • In Porenbeton oder Gipsplatten entspricht der optimale Abstand etwa dem Vierfachen der Dübellänge, die Eckabstände dem Zweifachen der Dübellänge.

Die Tragkraft eines Dübels richtig verstehen

Industriell hergestellte Dübel werden vor dem Verkauf einer ganzen Reihe von Messungen unterzogen, die unter anderem auch die Tragkraft unter verschiedenen Lastprofilen (Zug-, Druckkräfte, Querzug, Mischbelastung) beinhalten. Die auf der Packung angegebene Tragkraft unterliegt immer einer gewissen „Sicherheit“, die je nach Dübel zwischen dem Drei- und Fünffachen des angegebenen Wertes entspricht.

Dass ein angedübeltes Regal also trotz falscher Berechnung nicht herunterfällt, ist dieser Sicherheit zu verdanken, kann aber nicht als fachgerecht bezeichnet werden. Selbstverständlich müssen Sie als Heimwerker nicht jedes Teil auf die Waage legen, wichtig ist nur die Angabe der „zulässigen Gebrauchslast“ auf der Packung, die in kN (Kilonewton) angegeben wird. 1 kN entspricht etwa 100 kP.

Dübel für verschiedene Arten von Baustoffen

Im Regelfall reichen die sogenannten „Allzweck-Dübel“ für alle Arten verwendeter Baustoffe, ausgenommen von Spanplatten, Hartfaserplatten und Sperrholz, dennoch kann die Wahl eines Alternativdübels für spezielle Baustoffe von Vorteil sein. Gerade Spreiz- oder Nageldübel eignen sich hervorragend für Beton-, Ziegel- und Klinkerbaustoffe, während Metall-Hohlraumdübel beispielsweise für Holzverkleidungen aller Art geeignet sind.

Wer Zweifel hat, findet die gewünschten Angaben auf der Verpackung: Hier wird zwischen den drei üblichen Baustoffeinteilungen, Beton, Mauerwerk und Plattenbauelemente, unterschieden, die sich wiederum in Unterarten gliedern, jedoch für die meisten Dübel nicht relevant sind.

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