Der ultimative Ratgeber für Holzverbindungen

Von | 13. April 2018
Holzverbindungen
Holzverbindungen ©angelikabeierle / Pixabay.com

Holzverbindungen sind im Handwerk nicht mehr wegzudenken. Sie besitzen eine lange Tradition und werden oft und viel verwendet. Will man sich selber an eine Holzverbindung trauen, muss man aber einige Dinge beachten. Es gibt außerdem einige Begriffe, die man zuerst kennen muss, damit die Arbeit später einfacher wird.

Wir haben die wichtigsten Fakten zum Thema Holzverbindungen gesammelt und wollen Ihnen so helfen, sich mit diesem Thema vertraut zu machen.

Was sind Holzverbindungen?

Holzverbindungen werden im Handwerk gebraucht und bezeichnen Verbindungen aus Holz. Hierbei werden zwei Teile zusammengesteckt, um ein festes Gefüge zu erstellen. Das kann durch Nägel, Schrauben, aber ebenfalls durch hölzerne Stifte und Keile geschehen.

Bei klassischen Holzverbindungen funktioniert das wie, wenn man einen Schlüssel in das dazu passende Schloss steckt. Die Elemente werden so zurechtgeschnitten, dass sie ohne Hilfsmittel fest ineinanderpassen. Hierbei wird in vielen Fällen jedoch auch auf natürliche Verformungen geachtet.

Was ist das Besondere an Holzverbindungen und wofür werden sie gebraucht?

Holzverbindungen sind sehr beliebt. Das kommt in erster Linie daher, dass Holz an sich ein sehr beliebtes und weit verbreitetes Material ist. Sei es beim Hausbau oder für Möbel – Holz kommt überall zum Einsatz. Holzverbindungen ermöglichen das einfache Zusammenstecken von Elementen, ohne viel Aufwand.

So können selbst Laien mit Holzverbindungen relativ gut umgehen – vor allem, wenn diese vorgefertigt sind. Vielen Menschen gefällt außerdem die Ästhetik von diesem Material.

Holzbau

©Ольга Колбакова/123RF

Welche Arten von Holzverbindungen gibt es?

Da Holzverbindungen eine große Tradition haben und dieses Handwerk schon seit tausenden von Jahren praktiziert wird, sind im Laufe der Zeit viele verschiedene Arten entstanden. Es ist fast unmöglich über alle Holzverbindungen die es gibt zu schreiben. Jedoch sollte man auch als Laie über einige der am häufigsten verwendeten Arten Bescheid wissen. Im Prinzip lassen sich Holzverbindungen in drei große Oberkategorien unterteilen:

  • Zimmermannsmäßige Verbindungen
  • Ingenieurmäßige Verbindungen
  • Holzverbindungen im Möbelbau

Im folgenden Abschnitt erfahren Sie mehr über diese drei Arten und ihre Unterarten.

Zimmermannsmäßige Verbindungen

Die erste große Kategorie sind die Zimmermannsmäßigen Verbindungen. Sie bezeichnen die vielen Holzverbindungen im traditionellen Hausbau und werden meist bei der Verbindung von größeren Querschnitten verwendet.

Zimmermannsmäßige Verbindungen können in manchen Fällen ebenfalls von Schrauben, Bolzen und Nägeln gesichert werden. Im Laufe der Zeit sind viele Holzverbindungen dieser Art entstanden, von denen aber nur wenige heutzutage noch Gebrauch finden. Die wichtigsten Zimmermannsmäßigen Verbindungen sind:

  • Längsverbindungen
  • Eckverbindungen
  • Quer- oder Kreuzverbindungen
  • Schrägverbindungen
  • Kreuzung bzw. Verkämmung

Längsverbindungen

Bei Längsverbindungen werden zwei Holzteile der Länge nach verbunden und zusammengestoßen. Zu Längsverbindungen gehören der Blattstoß, mehrere Arten von Hakenblättern, der Zapfenstoß, der Zapfenblattstoß und der Gerberstoß. Es gibt jedoch noch einige mehr.

Der Blattstoß ist eine druckfeste Verbindung zwischen dem Holz. Die Enden des Holzes werden hier jeweils halbiert, wodurch eine obere und eine untere Hälfte entsteht. Diese können nun zusammengesteckt werden. Dieses Gerüst ist jedoch nicht wirklich stabil und erfordert meist eine Sicherung mit Haken.

Diese Holzverbindung besitzt einige statische Nachteile und ist deshalb nicht immer sinnvoll. Deshalb haben sich einige andere Arten von Längsverbindungen als Alternativen entwickelt. Kommt sie dennoch zur Anwendung, dann bei Balken oder Schwellen.

Die Hakenblätter sind mehrere Verbindungen, die auf einem gleichen Prinzip beruhen, aber jeweils anders umgesetzt werden. Das Ganze ist so ähnlich wie beim Blattstoß, nur das in die hintere Hälfte der jeweiligen halbierten Enden noch eine kleine Einkerbung eingebracht wird. So können die beiden Hölzer nun ineinander eingehakt werden. Das führt zu einer zug- und druckfesten Verbindung.

Die Holzverbindung kann in gerader, schräger oder verborgener Form getätigt werden. Beim geraden Hakenblatt werden die beiden Holzteile gerade aufeinandergelegt. Das schräge Hakenblatt wird schräg ineinander verkettet.

Längsverbindungen Holz

Längsverbindungen ©arkela/123RF

Ein verborgenes Hakenblatt ähnelt dem schrägen Hakenblatt sehr, nur dass es hier keine zwei unterschiedlichen Einkerbungen gibt. Die eine Seite besitzt eine Einkerbung, während die andere Seite ein Stück Fläche besitzt, dass genau in diese hineinpasst.

Hakenblätter werden sowohl bei Fachwerkhäusern, als auch im normalen Hausbau verwendet. Dort finden sie beispielsweise beim Stoß von Schwellen oder bei Pfetten zur Verlängerung, ihre Anwendung.

Beim Zapfenstoß werden die Enden der Hölzer in drei Teile geteilt. Beim ersten Ende werden die zwei äußeren Teile entfernt, sodass in der Mitte eine herausragende Fläche entsteht. Diese Fläche nennt man auch den Zapfen.

Am anderen Ende passiert dies genau invers, wodurch eine Fläche entsteht, in die das herausragende Ende genau hineinpasst. Dadurch bekommt man eine waagerecht nicht verschiebbare und feste Verbindungen. Sie kommt ebenfalls bei Balken, Schwellen oder dem Stoß zweier Pfetten zum Einsatz.

Der Zapfenblattstoß ist daraufhin eigentlich nur eine Kombination des Zapfenstoßes und dem Blattstoß. Die Enden werden hier noch einmal halbiert, wobei der obere Teil den Zapfenstoß enthält und der untere Teil ein Blattstoß ist.

Der Gerberstoß ist ein schräger Zusammenstoß von zwei Hölzern. Er kommt meist bei Hölzern mit besonders großen Querschnitten zum Einsatz. Zur Sicherung werden Bolzen verwendet.

Im Gegensatz zum Blattstoß kann hier der komplette Querschnitt zum Tragen der Last verwendet werden. Er ist um einiges stabiler als andere Arten der Längsverbindung. Seinen Einsatz sieht der Gerberstoß bei Mittelpfetten, Firstpfetten und Unterzügen.

Eckverbindungen

Bei Eckverbindungen werden zwei Hölzer zusammengefügt, die eine Ecke bilden. Es gibt das glatte Eckblatt, das Druckblatt, den Scherzapfen und den Gehrungsstoß. In vielen Fällen wird eine Eckverbindung außerdem noch durch mechanische Elemente gesichert. Es ist wichtig, dass die Blattflächen gut ausgearbeitet sind und sauber aufeinander liegen. Nur so kann der Druck optimal verteilt werden.

Das glatte Eckblatt ist eine druckfeste Verbindung, bei denen die Enden der Hölzer halbiert und dann aufeinandergelegt werden. Das Prinzip ist simpel und ähnlich wie das vom Blattstoß bei den Längsverbindungen. Das glatte Eckblatt wird meist bei Verbindungen von Schwellen, die übereck liegen verwendet. Schrauben und Blechformteile werden zur weiteren Verstärkung genutzt.

Das Druckblatt unterscheidet sich vom Konstrukt des glatten Eckblattes nur aufgrund von einer Sache: Die Auflagefläche ist schräg. Es wird deutlich weniger Verbindungsmittel gebraucht, denn die Hölzer bleiben besser in Position. Diese Konstruktion ist eher aufwendig. Für Carports oder Dachstühle ist die Verbindung jedoch bestens geeignet.

Beim Scherzapfen werden die Enden der Hölzer in drei Teile aufgeteilt. Bei dem ersten Stück Holz werden die zwei äußeren Teile entfernt, wodurch ein Zapfen entsteht. In das andere Holz kommt ein Loch in den mittleren Teil und die äußeren Teile bleiben vorhanden. Nun kann man das ganze Konstrukt zusammen stecken. So entsteht eine druckfeste Verbindung, die bei Schwellen, Tür- und Fensterrahmen zum Gebrauch kommen.

Der Gehrungsstoß ist ähnlich wie das glatte Eckblatt. Jedoch werden die Enden nicht komplett halbiert. Die Seite, die normalerweise wegfallen würde, ist diagonal und nur zur Hälfte, abgetragen. So hat das Ende des einen Holzes noch eine Art diagonale Stufe über sich, während das andere Ende nur noch aus einer schrägen Ecke besteht.

Eck-Holzverbindung

©Paitoon Patisonticharoen/123RF

Quer- der Kreuzverbindungen

Bei Querverbindungen werden die Hölzer nicht an den Enden zusammengeführt, sondern quer an der Seite. Das eine Holz hat seitlich meist ein Loch, in das das Ende des zweiten Holzes hineingesteckt wird. Die beiden Hölzer treffen dann rechtwinklig aufeinander. Sie werden dazu genutzt, um zum Beispiel Pfosten mit Schwellen oder Wechsel mit Dachbalken zu verbinden. Die Querverbindung findet in den meisten Fällen als Verzapfung statt.

Beim einfachen Zapfen hat man ein Loch in der Mitte des einen Holzes und einen Zapfen an einem Ende des anderen Holzes. Das Endstück mit dem Zapfen wird dann in das Loch gesteckt. So wird eine Verbindung hergestellt. Es ist die einfachste Form der Verzapfung.

Bei abgesetzten Zapfen gibt es ein Loch auf der Oberseite des Holzes, dass an einem Ende platziert ist. Es ist nicht ganz so groß wie das beim einfachen Zapfen. Folgerichtig ist ebenfalls der Zapfen des anderen Holzteiles nicht ganz so groß. Verbindet man Pfosten mit Schwellen, ist der abgesetzte Zapfen eine Möglichkeit.

Der schräge Brustzapfen besitzt noch eine Schräge im Loch. Der obere Teil des Loches ist schräg abgesenkt. Folgerichtig besitzt nun auch das Ende mit dem Zapfen eine Schräge, um perfekt in das Loch zu passen und einen sicheren und festen Halt zu gewährleisten. Hiermit verbindet man meist Balken mit Wechsel.

Schrägverbindungen

Wenn zwei Hölzer schräg und in einem bestimmten Winkel ineinander gesteckt werden, dann nennt man das Schrägverbindung. Ein anderer Name dafür ist ebenfalls Versatz. Schrägverbindungen eignen sich besonders gut für stark beanspruchte Streben. Es gibt hier den Stirnversatz, den Fersenversatz und den doppelten Versatz.

Beim Stirnversatz wird aus der Oberseite des einen Holzes eine Schräge herausgeschnitten. Diese hat in etwa die Form eines Keils. Dabei gibt es am Ende dieser Schräge eine Stirnfläche. Diese ist ein wenig schräg und hat einen bestimmten Winkel.

Das Ende des anderen Holzes wird an die Form der Schräge mit der Stirnfläche angepasst und an der Stelle eingefügt. Ein Heftbolzen wird oft noch für die nötige Sicherheit hinzugefügt. Beim Stirnversatz geht in der Regel viel Holz verloren, weshalb er nicht immer die beste Lösung ist.

Der Fersenversatz ist ein dreieckiger Einschnitt an der Oberseite des Holzes. Dieser sollte einen 90-Grad-Winkel besitzen. Das Holz, dass nun in das entstandene Loch hinein gesteckt wird, benötigt eine Art Ferse, um fest in das Loch zu passen.

Der doppelte Versatz ist eine Kombination aus dem Stirnversatz und dem Fersenversatz. Dadurch hat dieser eine doppelte Stabilität. Neben der Schräge mit der Stirn gibt es hier ebenfalls das Loch für die Ferse. Der Fersenversatz muss tiefer sitzen als der Stirnversatz.

Kreuzung bzw. Verkämmung

Bei einer Kreuzung bzw. Verkämmung werden zwei Hölzer so übereinander gelegt, dass ein Kreuz entsteht. Die beiden Hölzer liegen dabei in den meisten Fällen nicht in einer Ebene. Passen die Konstruktionen gut ineinander, sind sie vor seitlichem Verschieben oder Verkanten geschützt. Der Stufenkamm, Kreuzkamm, der Schwalbenschwanzkamm und die Überblattung sind nur einige von vielen Kreuzungen.

Bei der Überblattung werden in beide Hölzer Löcher gemacht, die die gleiche Größe haben und ungefähr bis zur Hälfte des Holzes ragen. Dadurch können die beiden Hölzer über Kreuz zusammengesteckt werden. Hier ist es sogar möglich, die beiden Hölzer so zusammen zu stecken, dass sie auf einer Ebene sind. Das ist jedoch nur erlaubt, wenn sie kein tragendes Bauteil sind.

Kreuz-Holzverbindung

©Paitoon Patisonticharoen/123RF

Die Verkämmung ist ähnlich wie die Überblattung. Der einzige große Unterschied ist: Die Löcher sind hier nicht so tief. Sie sind nur so angepasst, dass sie die statischen Anforderungen gerade so erfüllen.  Mit Bolzen und Schrauben werden Verkämmungen dann noch zusätzlich gesichert.

Beim Kreuzkamm ist es nicht mehr nur eine glatte Fläche, sondern ein Kreuz, das in die passenden Löcher eingefügt werden muss. Es sind Quasi zwei Dreiecke, die gegenüber voneinander liegen.

Beim Stufenkamm gibt es im Gegensatz zur Verkämmung noch eine zweite, tiefere Stufe. So entsteht eine Art Haken wie beim geraden Haken der Längsverbindungen. Hiermit kann man Deckenbalken an ein Rähm anschließen.

Der Schwalbenschwanzkamm  ist eine Verkämmung, die an den Schwanz einer Schwalbe erinnert. Hier gibt es in der Mitte des einen Holzes eine Art breiteren Zinken. An den Seiten dieses Zinkens ist schräg ein Stück abgeschnitten. So ist es am Ende des Holzes breiter und wird dann immer dünner. Das andere Stück Holz hat natürlich wieder das passende Loch dazu. Das Aufrichten ist hier relativ einfach und der Aufwand ist geringer.

Ingenieurmäßige Verbindungen

Ingenieurmäßige Verbindungen sollen material-, zeitsparend und rationell hergestellt werden. Deshalb werden meist mechanische Verbindungsmittel benutzt.  Diese sind oft aus Eisen und sichern die Konstruktion. Arten der Ingenieurmäßigen Verbindungen sind:

  • Nagelverbindungen
  • Blechformteil-Verbindungen
  • Bolzen-und Stabdübelverbindungen

Nagelverbindungen

Nagelverbindungen sind Verbindungen von Holz mit Nägeln. Hierbei werden Nägel durch ein Holz in ein anderes geschlagen und so eine Verbindung hergestellt. Diese Art der Verbindung ist sehr simpel. Unter anderem können Dächer damit stabilisiert werden. Aber auch für andere Konstrukte ist diese Verbindung sinnvoll.

Blechformteil-Verbindungen

Holz kann mit Stahlblechen verbunden werden. Als Verbindungsmittel dienen hier Nägel. Es gibt ebene Bleche, mit denen Knotenpunkte verbunden werden. Sparrenpfettenanker verbinden Sparren und Pfetten, während Winkelverbinder Winkel verbinden können. Balkenschuhe verbinden Balken in Eckverbindungen.

Bolzen- und Stabdübelverbindungen

Bei Dübelverbindungen werden zwei Stücke Holz mit Dübeln verbunden. Diese Dübel können dabei sowohl aus Holz, als auch aus Eisen sein. Die Kraft des Konstrukts wird größtenteils durch die Dübel gehalten.

Es gibt Dübel in verschiedenen Arten und Größen. Sie werden in die Typen A bis D unterschieden. Je nach Typ haben sie eine andere Funktionsweise, andere Eigenschaften und sind aus einem anderen Material. Zur Unterstützung der Dübel kann man Schraubenbolzen verwenden.

Holzdübel

©Zlatko Antic/123RF

Holzverbindungen im Möbelbau

Diese Holzverbindungen werden in der Regel im Möbelbau und von Tischlern verwendet. Hier gibt es ebenfalls wieder viele verschiedene Arten. Die drei Oberkategorien dieses Bereiches der Holzverbindungen sind:

  • Stoßverbindungen
  • Gehrungsverbindungen
  • Überblattung
  • Nut- und Falz-Verbindungen
  • Schlitz-Zapfen-Verbindungen
  • Zinkung

Stoßverbindung

Die Stoßverbindung ist eine der einfachsten Formen der Verbindung von Holz. Zwei Holzstücke werden dabei einfach durch einen Stoß verbunden. Als Verbindungselemente können Dübel benutzt werden. Es gibt jedoch viele verschiedene Arten dieses Konzept zu realisieren.

Gehrungsverbindung

Bei der Gehrungsverbindung werden die Teile zugeschnitten, sodass sie eine Schräge von einem bestimmten Winkel aufweisen. Der Winkel muss bei beiden Holzteilen gleich sein. Diese Verbindung deckt eine große Fläche ab. Zur Verbindung kann man Dübel und Zinken verwenden.

Überblattung

Bei der Überblattung werden zwei gleich dicke Holzteile mit gleich großen Löchern, die die Tiefe der Hälfte der Dicke des Holzes haben, versehen und dann ineinandergesteckt. Die beiden Holzteile liegen dann oftmals auf der gleichen Ebene.

Nut- und Falz-Verbindung

Mit einer Nut kann eine noch größere Stabilität erzeugt werden. Hier gibt es drei Kontaktflächen, wodurch eine geklebte Verbindung ausreicht. Der Aufwand um diese Verbindung herzustellen ist sehr gering.

Sind beide Teile genutet, wird eine Feder als Zwischenteil verwendet. Eine Nut kann zur Falz werden, wenn sie an den Rand verschoben wird. Diese braucht dann neben dem Kleben ebenfalls noch ein weiteres Verbindungsmittel.

Schlitz-Zapfen-Verbindung

Die Schlitz-Zapfen-Verbindung ist sehr traditionell. Der Zapfen wird in den Schlitz gesteckt und so entsteht die Verbindung. Der Schlitz ist meist rechteckig, aber er kann ebenfalls andere Formen haben. Bei der Steg-Keil-Verbindung wird ein längerer Zapfen durch den Schlitz hindurch gesteckt. Der Zapfen selber besitzt wiederum einen Schlitz, in welchen ein weiterer Zapfen gesteckt werden kann. Der Schlitz ist außerdem auf drei Seiten offen.

Zinkung

Die Zinkung ist sehr bekannt. Sie erfordert aber einen großen Aufwand. Zwei Hölzer werden hier mit Zinken verbunden, die ineinandergreifen. Das ist ähnlich wie bei Zahnrädern. Dadurch ist das Ganze außerordentlich stabil. Außerdem ist diese Holzverbindung optisch sehr ansprechend.

Verzinkung Holz

©pixabay

Wie stabil sind Holzverbindungen?

Es gibt viele verschiedene Holzverbindungen. Man kann deshalb schwer eine Aussage treffen, die generell gilt. Was man jedoch sagen kann ist, dass die Stabilität je nach Art der Holzverbindung variiert. Komplexere Verbindungen sind meistens stabiler.

Nicht so stabile Verbindungen müssen meist mit Dübeln, Nägeln und Haken stabilisiert werden. Es ist deshalb wichtig, sich über die Arten der Holzverbindungen gut zu informieren. Dann steht einer stabilen Holzverbindung und dem daraus folgenden stabilen Konstrukt nichts mehr im Weg.

Welche Kräfte wirken bei Holzverbindungen?

Auf Konstruktionen wirken meist große Kräfte. Deshalb ist es wichtig, die Teile richtig zu verbauen und auch zu wissen, welche Art der Holzverbindung wie verwendet werden darf. Schwächere Konstruktionen brauchen Stützen oder eine extra Sicherung.

Bei manchen Konstruktionen werden die Kräfte verteilt, während sie bei anderen nur auf einen Punkt wirken. Allgemein wirken Druck-, Zug- und Schubkräfte. Das Material spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Je nach Material können mehr oder weniger Kräfte ausgehalten werden.

Holzverbindungen selber herstellen

Holzverbindungen können ganz einfach hergestellt werden. Ob Sie sich trauen, selber Hand anzulegen oder doch eher einen Fachmann beauftragen wollen, liegt letztendlich ganz bei Ihnen. Mit dem richtigen Werkzeug und ein wenig Übung kann jedoch eigentlich jeder Holzverbindungen selber herstellen.

Holzverbindungen berechnen

Bei der Herstellung von Holzverbindungen muss öfters auch mal gerechnet werden. Dies liegt daran, dass die Maße stimmen müssen, um später ein stabiles Konstrukt bauen zu können.

Je nach Art der Holzverbindung sind oft schon Richtlinien festgelegt und es gibt ebenfalls verschiedene Formeln, die man benutzen kann. Manchmal müssen Winkel, der Druck oder Abstände ausgerechnet werden. Achtet man auf die Vorgaben, sollte man später keine Probleme bekommen.

Holzverbindungen im Außenbereich

Möchte man Holzverbindungen im Außenbereich verwenden, muss man besonders aufpassen. Die Witterung stellt besondere Bedingungen an das Material, das verwendet wird. Das Holz sollte imprägniert sein und auch bei dem Verbindungsmaterial wie Schrauben muss auf eine hohe Qualität geachtet werden. Direkter Erdkontakt des Holzes sollte ebenfalls vermieden werden.

Holzverbindungen in Japan

Holzverbindungen haben eine lange Tradition in Europa, aber auch in anderen Gegenden der Erde haben sich im Laufe der Jahrtausende eigene Holzverbindungs-Techniken entwickelt.

Ohne westliche Einflüsse, hat beispielsweise Japan seine ganz eigene Bauweise mit Holz entwickelt. Sie sind in vielen Fällen fast noch ausgeklügelter und besser als ihre deutschen Gegenstücke. Japanische Holzverbindungen sind ungewöhnlich für uns, aber ebenfalls sehr praktisch.

Zu den interessantesten Verbindungen gehören unter anderem die Zapfen-Eckverbindung, die exotische Eckverbindung oder die japanische Pfostenverbindung. Man sieht hier, dass eine andere Sicht der Dinge und andere Herangehensweisen ebenfalls zum Ziel führen. So bekommt man durch eine andere Kultur einen ganz anderen Blickwinkel auf Holzverbindungen.

Geschichte der Holzverbindungen

Holzverbindungen gibt es schon sehr lange. Seitdem es Werkzeuge gibt und Menschen sich eigene Unterkünfte bauen, wurden auch schon Holzverbindungen geschaffen. Holz war damals das zugänglichste Material neben Lehm. Deshalb ist klar, dass Menschen schon damals zum Holz für den Hausbau griffen. Die älteste bisher entdeckte Holzverbindung geht bis ins Jahr 5100 vor Christus zurück.

Mit der Weiterentwicklung von Werkzeugen und dem Erlangen von besseren Fähigkeiten, wurden die Holzverbindungen mit der Zeit dann immer komplexer. Vor allem ab dem 15. Jahrhundert nach Christus, wo man schon mit Eisen und Stahl arbeiten konnte, startete die Entwicklung von Holzverbindungen durch.

Zusammenfassung

Holzverbindungen sind im Handwerk verwendete Verbindungen aus Holz. Sie kommen in verschiedensten Arten und Formen vor. Holzverbindungen lassen sich in Zimmermannsmäßige Verbindungen, Ingenieurmäßige Verbindungen und Holzverbindungen im Möbelbau unterteilen. Diese werden wiederum in weitere Unterarten unterschieden. Möchte man sie selber herstellen, braucht es nur ein wenig Übung.

Baut man im Außenbereich, muss man auf einige Dinge Acht geben. In Japan gibt es exotische Konstruktionen, die sich von unseren unterscheiden, aber trotzdem sehr praktisch sind. Holzverbindungen haben weltweit eine sehr lange Geschichte und Tradition.

Wir hoffen, dass Sie durch den Artikel etwas über Holzverbindungen gelernt haben und wir Ihnen weiterhelfen konnten. Haben Sie die verschiedenen Arten von Holzverbindungen im Kopf und wissen Sie worauf Sie achten müssen, steht Ihnen nichts im Weg, das Gelernte auch praktisch anzuwenden.

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