Terrassenschrauben: Der ultimative Guide

Von | 27. September 2018
Terrassenschrauben
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Als Spezialschrauben erhältlich dienen Terrassenschrauben vornehmlich der Befestigung von Terrassendielen und Paneelen auf einer Unterkonstruktion. Gefertigt aus speziellen Materialien sind diese Schrauben witterungsfest und garantieren über einen langen Zeitraum hinweg maximalen Halt. Auch wenn die Schraubenbezeichnung vollständig auf Terrassen ausgerichtet ist, können die Schrauben ebenso anderweitig im Outdoorbereich eingesetzt werden.

Bevorzugte Einsatzgebiete sind dabei Gartenwege, die auf dem Einsatz von Holzdielen basieren, Bootsstege und Balkone, die einen neuen Bodenbelag erhalten. Durch den dicken Schraubenschaft sowie das Spezialgewinde eignen sich Terrassenschrauben zur Verarbeitung verschiedener Hölzer, wobei sie gerade bei Tropenhölzern mit positiven Eigenschaften punkten.

Material der Terrassenschrauben: Edelstahl für einen langen Halt

Neben einer einfachen und komfortablen Verarbeitung zeichnen sich Terrassenschrauben durch ihr Material aus. Verschieden zusammengesetzte Edelstähle schaffen Witterungsbeständigkeit und Langlebigkeit. Im Gegensatz zu verzinkten Schrauben bildet sich bei den Edelstahl-Terrassenschrauben keine Korrosion, wodurch auch bei enormer Beanspruchung die Lebensdauer nicht beeinträchtigt wird. Weiterhin verfärben sie weder bei der Verarbeitung noch nach jahrelanger Nutzung die Terrassendielen nicht.

Terrassenschrauben sind robust, zumal weder Nässe noch Hitze oder gar Salze und Säuren ihnen Schaden zufügen kann. Die Spezialschrauben für Terrasse und Balkon sind an verschiedenen Merkmalen erkennbar:

  • Einfacher Austausch: Terrassenschrauben korrodieren nicht, weshalb sie sich auch nach jahrelanger Nutzung bedenkenlos lösen lassen. Das erleichtert den Austausch diverser Dielen.
  • Innenstern-Antrieb: Die meisten Terrassenschrauben sind an dem Innenstern-Antrieb zu erkennen. Das erleichtert die Verarbeitung bei Harthölzern und sorgt für eine deutliche Zeitersparnis.
  • Unterkonstruktion: Terrassenschrauben stehen in verschiedenen Gewindearten zur Verfügung. Damit ist eine Abstimmung auf das Material der Unterkonstruktion möglich. Sie lassen sich sowohl auf Holz als auch auf Stahl und Aluminium verarbeiten.
  • Spezielle Form: Auch durch ihre Form unterscheiden sich Terrassenschrauben von vielen normalen verzinkten Schrauben. Die Spezialform trägt zur schnellen Verarbeitung bei.
  • 4 mm Schraubenschaft: Eines der Kernmerkmale der Terrassenschrauben ist der Schraubenschaft, der einen Mindest-Durchmesser von 4 mm aufweist. Dadurch reißen die Schrauben nicht so schnell ab und lassen sich zuverlässiger verarbeiten.
Terrassenschrauben

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Verschiedene Schraubenköpfe in der Übersicht

Terrassenschrauben können sich durch die verarbeitete Gewindeform sowie den Schraubkopf voneinander unterscheiden. Die Schraubköpfe haben Einfluss auf die Anwendungsbereiche, für die sich die Terrassenschrauben empfehlen. Vier Kopfarten haben sich bei den Spezialschrauben etabliert:

  • Senkkopf
  • Tellerkopf
  • Zylinderkopf
  • Stufenkopf

Die ersten beiden Kopfarten kommen eher selten vor, während die beiden Letzten von vielen Herstellern aufgegriffen und verarbeitet werden. Unabhängig von der Kopfform werden die Terrassenschrauben mit einem Torx®-Antrieb angeboten, der dank der Innensternform an der Oberseite des Schraubkopfes leicht zu erkennen ist.

Terrassenschrauben mit Senkkopf für eine glatte Oberfläche

Soll die Schraube bündig mit der Holzoberfläche abschließen, sind Terrassenschrauben mit Senkkopf das Mittel der Wahl. Durch die spezielle Kopfform sinkt die Schraube vollständig in der Terrassendiele ein. Wird barfuß oder nur mit Socken über die Dielen gelaufen, entstehen keine störenden Haken oder Unebenheiten. Zu erkennen ist der Senkkopf an seiner markanten konischen Form, die an einen Kegel erinnert.

Unterschieden werden die Senkkopfschrauben anhand der Steigungswinkel. Bei einem besonders flachen Senkkopf entsteht beim Eindrehen der Schraube in das Holz ein hoher Anpressdruck. Dagegen lassen sich steile Köpfe sehr sauber verarbeiten, sodass selbst kleinste Risse und Splitter in den Dielen vermieden werden.

Terrassenschrauben

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Gute Terrassenschrauben mit Senkkopf haben Fräsrippen. Sie verhindern, dass Holzfasern nur weggedrückt werden, wodurch Spannungen und letzten Endes Risse entstehen können. Die Fräsrippen trennen die kleinen Fasern ab, wodurch eine saubere Verarbeitung möglich ist. Besondere Anforderungen stellt Hartholz.

Damit der Schraubkopf hier sauber versinken kann, muss das Loch vorgebohrt und im Voraus mit einem Holzsenker bearbeitet werden. Es gibt spezielle Bohrer, die einen Aufsteck- oder integrierten Senker haben. Grundsätzlich lassen sich Terrassenschrauben leichter in weicheres Holz drehen als in eine Hartholzdiele. Mit dem richtigen Werkzeug ist aber auch hier ein sauberes Schraubergebnis möglich.

Terrassenschrauben mit Tellerkopf

Die Terrassenschrauben bilden im Grunde das Gegenstück zu den Senkkopfschrauben. Sie liegen nach dem Schrauben auf der Diele auf, was mit der Hand spürbar ist. Trotzdem sind die Terrassenschrauben mit Tellerkopf sehr beliebt, denn schon verzogene Dielen lassen sich damit durch den höheren Anpressdruck noch sauber verarbeiten. Lärchendielen sollten beispielsweise immer mit Schrauben mit Tellerkopf verarbeitet werden.

Lärche arbeitet nach der Befestigung. Bei Senkkopfschrauben würden Risse und Beschädigungen drohen, Tellerkopfschrauben können die beim Arbeiten entstehende Energie besser ableiten. Bilden sich beim Eindrehen der Schrauben trotzdem nach obenstehende Fasern, werden diese schließlich durch den Tellerkopf vollständig abgedeckt, sodass das Endergebnis sauber ist.

Terrassenschrauben mit Zylinderkopf

Auf den ersten Blick wirken die Terrassenschrauben mit Zylinderkopf sehr klein, was der Form geschuldet ist. Die meist abgerundeten Zylinderköpfe sinken komplett in der Diele ein, sodass eine gerade Oberfläche entsteht. Da der Rand der Zylinderköpfe bei der Herstellung abgerundet wird, bleiben die Schrauben nach der Verarbeitung sehr dezent und stören das natürliche Bild der Holzterrassendielen nicht.

Terrassenschrauben

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Trotz ihrer speziellen Form und dem kompakten Maß lassen die Terrassenschrauben mit Zylinderkopf das Holz beim Eindrehen schnell splittern. Um das zu verhindern, werden Dielen mit einem Flachsenker vorgebohrt. Um den Arbeitsaufwand zu verkürzen, empfiehlt sich ein spezieller Bohrer, der sowohl über einen Flachsenker als auch über einen Tiefenanschlag verfügt. Alternativ bietet sich der Stufenbohrer an.

Terrassenschrauben mit Stufenkopf

Auch hier ist ein Vorbohren der Dielen für eine saubere Verarbeitung zwingend nötig. Die Besonderheit dieser Schrauben ist die Abkantung, wodurch ähnlich wie bei dem Tellerkopf die Holzfasern, die gelöst werden, abgedeckt sind.

Schraubengewinde wird nach Material der Unterkonstruktion ausgewählt

Bei der Auswahl der Terrassenschrauben muss neben dem Schraubenkopf auf das Gewinde geachtet werden. Es gibt drei grundlegende Gewindearten, die für verschiedene Unterkonstruktionsmaterialien infrage kommen:

Teilgewinde

Terrassenschrauben mit Teilgewinde sind leicht zu erkennen, denn hier beschränkt sich das Gewinde auf den unteren Schraubenteil. Durch den langen Schaft ist der Anpressdruck bei Schrauben mit diesem Gewinde hoch. Das Teilgewinde sorgt dafür, dass die Schrauben auch nach dem Eindrehen in das Holz in minimalem Umfang beweglich bleiben.

Vollgewinde

Wie Teil- sind auch Vollgewinde schnell zu erkennen. Sie nehmen den kompletten Bereich unter dem Schraubenkopf bis zur Spitze ein. Sie bieten sich an, wo viel Druck zwischen der Diele und Unterkonstruktion gefragt ist. Durch das durchgehende Gewinde sind die Werkstücke nach dem Verschrauben absolut starr. Bei Holzunterkonstruktionen wird bevorzugt auf Vollgewinde-Terrassenschrauben zurückgegriffen, um zu verhindern, dass sich die Dielen durch Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen verziehen. Die Verarbeitung eines Vollgewindes ist leider schwieriger und setzt einige Vorarbeiten voraus, denn durch das durchgehende Gewinde neigen Diele und Unterkonstruktion dazu, beim Schrauben leicht auseinanderzugehen, sodass es zur Fugenbildung kommt.

Unterkopfgewinde

Als Weiterentwicklung der Teilgewinde-Terrassenschrauben bieten die Terrassenschrauben mit Unterkopfgewinde langfristig Vorteile. Durch das Gewinde unter dem Schraubenkopf verhindern die Schrauben Knarren und Quietschen bei nassen Dielen, denn das Deckholz wird durch die Gewindeelemente in seiner gewünschten Position gehalten.

Eine Schraube, viele Anwendungsbereiche

Terrassenschrauben können überall dort eingesetzt werden, wo im Außenbereich eine stabile Befestigung gebraucht wird. In erster Linie sind hier natürlich Terrassen jeder Art und Größe zu nennen. Hier können Sie bei sämtlichen Holzterrassen eingesetzt werden. Weiterhin ist eine Verarbeitung bei Balkonen möglich.

Ebenso bieten sie sich für den Bau von Poolumrandungen aus Holz an, wo sie aufgrund des Materials für eine lange Haltbarkeit sorgen. In der Gartengestaltung bzw. dem Gartenbau haben sich die Terrassenschrauben bewährt, wobei sie hier bevorzugt für Stege und Brücken zur Hand genommen werden.

Spezielle Schraubenspitze für eine leichte Verarbeitung

Neben Schraubenkopf und Schraubengewinde spielt die Schraubenspitze eine wichtige Rolle bei der Verarbeitung. Sie ist optimiert, um ein leichtes Eindrehen ins Holz zu ermöglichen. Hierfür verarbeiten die Hersteller wahlweise Schneidspitze und Bohrsegment. Auch die Verwendung von einem der beiden Elemente ist möglich. Unterschieden werden folgende Spitzenarten:

  1. Schneidkerbe
  2. Cut-Spitze
  3. Kerbspitze

Schrauben mit Schneidkerbe haben die am markantesten ausgebildete Spitze. Bei den Ausführungen mit Cutspitze ist die Spitze selbst kürzer. Alle Spitzenformen tragen aber dazu bei, dass sich die Schrauben schnell ins Holz eindrehen und gut greifen. Sie sorgen für eine leichter, präzise Verarbeitung, ohne Schäden am Holz zu hinterlassen.

Die Schneidspitzen ersetzen jedoch nicht zwingend das Vorbohren bei diversen Holzarten. Hier empfiehlt sich im Voraus ein Testlauf, an einer Diele, die später nicht unbedingt verarbeitet wird. Bei diesem Testlauf kann geprüft werden, ob das Holz splittert oder reißt. Vorbohren ist grundsätzlich ein praktischer Arbeitsschritt, der nicht nur ein besonders sauberes Ergebnis fördert, sondern auch das Eindrehen selbst beschleunigt, sodass der Zeitaufwand insgesamt keineswegs größer ist.

Unverzichtbar ist das Vorbohren beim Hartholz. Hartholz ist fest und sorgt beim Eindrehen der Schrauben für enorme Beanspruchung. Die Schrauben können sich dadurch im Holz verkeilen und lassen sich weder richtig eindrehen noch herausdrehen. Besonders empfehlenswert ist das Vorbohren beim Tropenholz.

Besondere Schraubenspitzen gibt es bei Terrassenschrauben für Unterkonstruktionen aus Aluminium und Stahl. Hier wird eine Bohrspitze eingesetzt. Der Vorteil ist, dass die Elemente nicht vorgebohrt werden müssen. Die Bohrspitze kombiniert Bohren und Eindrehen der Schrauben, wodurch einer sicheren Verarbeitung nichts im Weg steht.

Die richtigen Terrassenschrauben für unterschiedliche Holzarten

Terrassendielen können aus verschiedenen Hölzern hergestellt sein. Neben einheimischen Hölzern wie Lärche und Kiefer gibt es viele Tropenhölzer. Aufgrund der unterschiedlichen Holzarten setzen sich die Dielen aus verschiedenen Inhaltsstoffen zusammen. Große Unterschiede gibt es beim Eigenfettanteil im Holz. Einige Hölzer harzen stärker als andere, bei anderen ist der Anteil der Gerbsäure höher. Diese Holzinhaltsstoffe haben Einfluss auf die Lebensdauer der Schrauben. Sie können beispielsweise den Korrosionsvorgang beschleunigen.

Säurebeständige Schrauben sind bei vielen Hölzern die beste Wahl. Hier kann der im Holz vorhandene Säureanteil die Korrosion nicht begünstigen, weshalb die Holzterrasse an sich länger hält und schön aussieht. Sind die Schrauben nicht säurebeständig, hinterlassen sie in den Dielen Verfärbungen, die bereits nach wenigen Jahren aufgrund der Metallreaktion im Inneren der Terrasse für optische Beeinträchtigungen sorgen. Holzarten, die zu einer Metallreaktion führen, sind beispielsweise:

  • Eiche
  • Lärche
  • Robinie
  • viele Thermohölzer wie Tanne, Ulme, Kiefer und Esche
  • einige Tropenhölzer wie Iroko, Kapur und Eukalyptus

Es gibt auch Tropenhölzer, bei denen keine Metallreaktion stattfindet. Dazu zählen Bambus und Gerutu. Für Holzarten, bei denen mit einer Metallreaktion zu rechnen ist, sind folgende Materialien empfehlenswert:

  • Edelstahl A2: Diese Schrauben entsprechen der Korrosionswiderstandsklasse 2.
  • Edelstahl A4: Bei stark-säurehaltigen Hölzern ist die Verwendung von Edelstahl A4 empfehlenswert, um Verfärbungen zu vermeiden.

Verwendung der Terrassenschrauben bei Riffeldielen

Viele Terrassendielen haben eine geriffelte Oberfläche. Diese stellt an die Verarbeitung der Schrauben besondere Ansprüche. Die Schrauben müssen hier immer so eingedreht werden, dass die Hochebene verschraubt ist. Riffeldielen haben immer eine bearbeitete Oberfläche, weshalb die Dielen an sich natürlicher erscheinen und das ursprüngliche Holzdesign besser zum Vorschein kommt.

Die Riffeldielen haben aber einen Nachteil: In den tiefer liegenden Ebenen sammelt sich bei Regen schnell Wasser und läuft nicht sofort wieder ab. Sitzen Schrauben in der tiefen Ebene, stellt diese permanente Feuchtigkeit eine enorme Beanspruchung und Belastung für das Material dar. Um die Schraube zu schützen und zu verhindern, dass sie aufgrund der Nässe korrodiert, sollte sie bei den Riffeldienen immer auf der Hochebene sitzen.

Hierfür muss die Hochebene natürlich auch eine gewisse Breite aufweisen. Nur bei Dielen mit feiner Riffelung wird auf die Tiefebene ausgewichen, wobei hier besonders robuste Schrauben gewählt werden müssen.

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