Das Entfernen von Dübeln aus der Wand kann schnell zur Geduldsprobe werden: Der Dübel sitzt fest, die Wand soll aber möglichst unbeschädigt bleiben und am Ende sollen keine ausgefransten Löcher zurückbleiben. Mit der passenden Methode lässt sich ein Dübel aus der Wand entfernen, ohne unnötig viel Kraft einzusetzen. Entscheidend sind Dübelart, Wandmaterial und der Zustand des Bohrlochs. Die folgenden Tipps zeigen, wie Sie Dübel aus der Wand ziehen, lockern, ausbohren oder anschließend sauber verspachteln.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Das Wichtigste in Kürze
- 2 Nützliche Werkzeuge
- 3 Wie bekomme ich den Dübel aus der Wand? Tipps von unseren Experten
- 4 Arten von Dübeln und ihr Schwierigkeitsgrad beim Entfernen
- 5 Häufige Fehler beim Entfernen von Dübeln und wie man sie vermeidet
- 6 Reparaturmethoden für die Wand nach dem Entfernen von Dübeln
- 7 Was tun, wenn der Dübel abbricht oder zu tief in der Wand sitzt?
- 8 Welche Methode eignet sich für welche Wand?
- 9 Fazit
Das Wichtigste in Kürze
- Es gibt verschiedene Methoden, Dübel aus der Wand zu entfernen: die Zangenmethode, die Korkenzieher-Methode, die Ausbohrmethode und die Schraubentechnik.
- Einige Techniken erfordern passende Werkzeuge oder besondere Vorsicht, damit Putz, Gipskarton oder Beton rund um das Bohrloch nicht unnötig beschädigt werden.
- Die richtige Methode hängt von der Art des Dübels, dem Wandmaterial und seiner Position in der Wand ab.
Nützliche Werkzeuge
| Werkzeug | Verwendung |
|---|---|
| Spitzzange | Zum Greifen von Dübeln |
| Korkenzieher | Zum Herausziehen von Dübeln |
| Schrauben | Zum Greifen und Ziehen von Dübeln |
| Bohrmaschine | Zum Ausbohren von Dübeln |
Wie bekomme ich den Dübel aus der Wand? Tipps von unseren Experten
Tipp 1: Die Zangenmethode
- Legen Sie ein flaches Stück Holz oder Karton neben den Dübel, um die Wand zu schützen.
- Ergreifen Sie den herausragenden Teil des Dübels mit einer Spitzzange fest.
- Bewegen Sie den Dübel vorsichtig hin und her, um die Bindung zwischen Dübel und Wand zu lockern.
- Ziehen Sie langsam, während Sie weiterhin drehen, bis der Dübel vollständig herauskommt.
Für diejenigen, die nach einer noch effizienteren Methode suchen, gibt es einen Expertentipp: Wenn Sie eine Zange mit längeren Griffen verwenden, können Sie eine zusätzliche Hebelwirkung erzielen. Dies erleichtert das Herausziehen des Dübels erheblich, insbesondere wenn der Dübel besonders fest sitzt oder schwer zu greifen ist. Wichtig ist dabei, nicht ruckartig zu ziehen. Besser ist es, den Dübel mit kleinen Drehbewegungen zu lösen und den Druck gleichmäßig aufzubauen.
Es ist immer ratsam, geduldig und methodisch vorzugehen, um sicherzustellen, dass die Wand intakt bleibt und in bestem Zustand ist.
Tipp 2: Die Korkenzieher-Methode
- Setzen Sie die Spitze des Korkenziehers in die Mitte des Dübels an.
- Drehen Sie den Korkenzieher im Uhrzeigersinn in den Dübel hinein, bis er fest sitzt.
- Ziehen Sie den Korkenzieher langsam zurück, wobei der Dübel folgen sollte.
Ein Korkenzieher mit einem breiten Griff bietet zusätzliche Hebelwirkung und erleichtert das Herausziehen. Diese Methode eignet sich vor allem für Kunststoffdübel, die nicht bündig abgebrochen sind und noch genug Material bieten, damit sich die Spitze sicher eindrehen kann.
Tipp 3: Schraubentechnik
- Wählen Sie eine Schraube mit einem Durchmesser, der etwas kleiner als der Dübel ist.
- Schrauben Sie die Schraube vorsichtig in den Dübel, bis sie fest sitzt, aber nicht zu tief.
- Verwenden Sie nun eine Zange, um den Kopf der Schraube zu greifen.
- Drehen und ziehen Sie die Schraube gleichzeitig, bis der Dübel herauskommt.
Expertentipp: Eine Schraube mit grobem Gewinde greift besser im Dübel und erleichtert das Herausziehen.
Die Schraubentechnik ist besonders praktisch, wenn Sie den Dübel aus der Wand holen möchten, obwohl er bündig mit der Oberfläche abschließt. Drehen Sie die Schraube nur so weit ein, dass sie sicher greift. Wird sie zu tief eingedreht, kann sich der Dübel weiter spreizen und dadurch noch fester in der Wand sitzen.
Tipp 4: Ausbohrmethode
- Nutzen Sie einen Bohrer, dessen Durchmesser etwas größer als der des Dübels ist.
- Setzen Sie den Bohrer in die Mitte des Dübels an.
- Beginnen Sie mit einer niedrigen Drehzahl und bohren Sie vorsichtig in den Dübel hinein.
- Erhöhen Sie die Geschwindigkeit langsam, während Sie den Dübel durchbohren, bis er sich löst und herauskommt.
Stellen Sie sicher, dass Sie nicht zu tief bohren, um Schäden an der Wand hinter dem Dübel zu vermeiden. Gerade in Mietwohnungen oder bei dünnen Wänden lohnt es sich, langsam zu arbeiten und zwischendurch zu prüfen, ob sich der Dübel bereits gelöst hat.
Arten von Dübeln und ihr Schwierigkeitsgrad beim Entfernen
Je nach Dübeltyp kann der Schwierigkeitsgrad variieren, was das Entfernen betrifft. Hier sind einige gängige Dübeltypen und die empfohlene Vorgehensweise, um sie möglichst unbeschadet aus der Wand zu bekommen:
1. Expansionsdübel
Diese Dübel sind am häufigsten und meist einfach zu entfernen. Oft reicht es, mit einer Spitzzange zu ziehen, gelegentlich kann auch ein Schraubendreher hilfreich sein, um den Dübel etwas zu lockern.
Schwierigkeitsgrad: Gering
2. Gipskartondübel
Diese Dübel sind ideal für Gipskartonwände, aber sie haften stärker am Material, was ein vorsichtiges Entfernen erforderlich macht, um Beschädigungen zu vermeiden. Ein Präzisionsschraubendreher oder eine feine Spitzzange kann hier hilfreich sein.
Schwierigkeitsgrad: Mittel
3. Chemiedübel
Diese Dübel sind für schwere Lasten in Betonwänden gedacht und erfordern oft spezielle Werkzeuge wie eine Bohrmaschine, da das Epoxidharz eine starke Verbindung schafft. Diese Art von Dübeln ist besonders fest in der Wand verankert und schwierig zu entfernen.
Schwierigkeitsgrad: Hoch
Häufige Fehler beim Entfernen von Dübeln und wie man sie vermeidet
Beim Entfernen von Dübeln passieren oft Fehler, die die Wand beschädigen können. Hier sind einige häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden können:
Falsches Werkzeug verwenden
Viele verwenden ungeeignetes Werkzeug wie Küchenmesser, was die Wand beschädigen kann und den Vorgang erschwert.
Lösung: Verwenden Sie immer eine Spitzzange oder einen passenden Schraubendreher, der auf den Dübel abgestimmt ist.
Zu viel Kraft aufwenden
Zu kräftiges Ziehen kann dazu führen, dass sich Gips oder Beton rund um das Loch ablösen.
Lösung: Drehen Sie den Dübel vorsichtig und ziehen Sie ihn dann langsam, um die Kontrolle zu behalten und die Wand zu schonen.
Dübel nicht vorher lockern
Einige Expansionsdübel können durch eine leichte Drehbewegung gelockert werden, bevor man sie herauszieht.
Lösung: Drehen Sie die Schraube oder den Dübel leicht gegen den Uhrzeigersinn, um den Druck auf die Wand zu verringern.
Reparaturmethoden für die Wand nach dem Entfernen von Dübeln
Nach dem Entfernen eines Dübels bleibt oft ein Loch in der Wand zurück, das Sie reparieren können, um die Wand wieder in den Originalzustand zu versetzen.
1. Reinigung des Lochs
Entfernen Sie Staub und Rückstände aus dem Loch, z. B. mit einer kleinen Bürste oder einem Staubsauger. Eine saubere Oberfläche ist wichtig für das spätere Auffüllen.
2. Füllen mit Spachtelmasse oder Gips
Wählen Sie eine geeignete Spachtelmasse für die Größe des Lochs. Tragen Sie das Material mit einer Spachtel auf und lassen Sie jede Schicht trocknen, bevor Sie die nächste auftragen. Bei größeren oder ausgefransten Löchern ist es besser, in mehreren dünnen Schichten zu arbeiten, statt zu viel Material auf einmal einzubringen.
3. Schleifen und Glätten
Sobald die Masse getrocknet ist, verwenden Sie feines Schleifpapier, um die Oberfläche zu glätten, bis sie eben ist. Dies ist wichtig für ein ästhetisch ansprechendes Ergebnis, besonders wenn die Wand später gestrichen wird.
4. Farbe und Endbearbeitung
Tragen Sie eine Schicht Farbe auf, die zum Rest der Wand passt. Falls der gleiche Farbton nicht verfügbar ist, kann eine Farbprobe im Fachhandel für den passenden Ton abgeglichen werden.
Was tun, wenn der Dübel abbricht oder zu tief in der Wand sitzt?
Wenn der Dübel abbricht oder bereits zu tief in der Wand sitzt, ist Herausziehen oft nicht mehr die beste Lösung. In diesem Fall können Sie den Dübel vorsichtig tiefer in das Bohrloch drücken oder ihn sauber ausbohren und das Loch anschließend verspachteln.
Achten Sie darauf, das Loch nicht unnötig zu vergrößern. Besonders bei Gipskarton oder älterem Putz kann zu viel Druck die Oberfläche weiter beschädigen. Wenn der Dübel keine Last mehr trägt und vollständig unter der Oberfläche sitzt, ist das saubere Verschließen des Lochs meist die schonendste Variante.
Welche Methode eignet sich für welche Wand?
In massiven Wänden aus Beton oder Mauerwerk lassen sich Kunststoffdübel häufig mit Schraube und Zange entfernen. Sitzt der Dübel sehr fest, ist vorsichtiges Ausbohren oft die kontrolliertere Lösung.
Bei Gipskartonwänden sollten Sie besonders behutsam vorgehen, da das Material schneller ausreißt. Hier sind kleine Drehbewegungen, eine feine Spitzzange und wenig Zugkraft wichtig. Wenn sich der Dübel nicht sauber lösen lässt, ist es besser, die Stelle anschließend ordentlich zu füllen, statt die Wandfläche weiter aufzureißen.
Fazit
Mit den richtigen Methoden und ein wenig Geduld lässt sich ein Dübel aus der Wand entfernen, ohne die Oberfläche unnötig zu beschädigen. Achten Sie darauf, die für Ihren Dübeltyp und Ihr Wandmaterial am besten geeignete Technik zu wählen: Greifen und Drehen bei lockeren Dübeln, Schraubentechnik bei bündig sitzenden Dübeln und vorsichtiges Ausbohren bei besonders festen Verbindungen.
Wer anschließend das Bohrloch sauber reinigt, verspachtelt, schleift und streicht, erhält wieder eine glatte Wandfläche. Und denken Sie daran: In unserem Online-Shop finden Sie hochwertige Werkzeuge und Materialien, die Ihnen dabei helfen, jede Herausforderung zu meistern.
(Bildquelle des Headerfotos: 91754142/ 123rf.com)



