Bohren und Schrauben gehören im Haushalt, in der Werkstatt und auf der Baustelle zu den häufigsten Arbeiten. Mit dem passenden Werkzeug lassen sich Holz, Metall oder Kunststoff sauber bearbeiten und viele Montagearbeiten deutlich präziser erledigen. Gerade wer einen Akkuschrauber mit Bohrfunktion sucht, steht schnell vor der Frage, welches Gerät für die eigenen Aufgaben wirklich sinnvoll ist.
Sie möchten sich einen Akkuschrauber zulegen und einen Fehlkauf vermeiden? Dann lohnt es sich, nicht nur auf den Preis zu schauen. Entscheidend ist, ob das Gerät zu den geplanten Arbeiten passt, ob Sie damit zuverlässig schrauben und ob sich bei Bedarf auch mit dem Akkuschrauber bohren lässt. Wir haben für Sie die wichtigsten Punkte zusammengefasst, damit Sie den passenden Akkubohrer finden und im Alltag flexibel arbeiten können.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Das Wichtigste in Kürze
- 2 Welcher Akkuschrauber ist der beste?
- 3 Wann benötige ich welchen Akkubohrer?
- 4 Auf was sollte man beim Kauf eines Akkuschraubers achten?
- 5 Kann man mit einem Akkuschrauber in die Wand bohren?
- 6 Was ist der Unterschied zwischen Akkuschrauber und Bohrmaschine?
- 7 Wie setzt man einen Bohrer in den Akkuschrauber richtig ein?
- 8 Fazit
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Akkuschrauber eignet sich nicht nur zum Schrauben, sondern je nach Modell auch zum Bohren. Entscheidend sind Bohrfunktion, ausreichend Leistung und der passende Bohrer für das jeweilige Material.
- Ob Holz, Metall oder Stein: Für saubere Ergebnisse sollten immer geeignete Bohrer verwendet werden. Nicht jeder Akkuschrauber ist für harte Wände oder Beton gleichermaßen geeignet.
- Beim Kauf spielen Akkuleistung, Drehmoment, Bohrfutter und Bits eine wichtige Rolle. Wer das Werkzeug passend zum Einsatz auswählt, arbeitet präziser, sicherer und vermeidet unnötige Fehlkäufe.
Welcher Akkuschrauber ist der beste?
Welcher Akkuschrauber der beste ist, lässt sich pauschal nicht bestimmen. Auf dem Markt gibt es eine große Auswahl an Geräten in sehr unterschiedlichen Preisklassen und mit teils ähnlicher Optik. Für Laien wirkt ein Modell oft wie das andere, in der Praxis zeigen sich die Unterschiede aber schnell bei Leistung, Ausstattung, Handhabung und Einsatzbereich.
Spätestens wenn Schrauben sauber versenkt oder Löcher in unterschiedliche Materialien gebohrt werden sollen, zeigt sich, ob das gewählte Werkzeug wirklich passt. Der beste Akkuschrauber ist deshalb nicht automatisch das teuerste Modell, sondern das Gerät, das zu Ihren typischen Arbeiten passt und die dafür nötige Leistung mitbringt.
Wann benötige ich welchen Akkubohrer?
Um einen geeigneten Akkubohrer zu finden, ist zunächst wichtig, wofür das Gerät überhaupt genutzt werden soll. Denn nicht jeder Akkuschrauber und nicht jeder Akkubohrer ist für jede Aufgabe gemacht. Wer nur Möbel aufbaut oder Schrauben nachzieht, hat andere Anforderungen als jemand, der regelmäßig in Holz, Metall oder Mauerwerk arbeiten möchte.

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Ein Gerät, das sowohl zum Schrauben als auch zum Bohren verwendet werden soll, sollte mindestens über zwei Gänge verfügen. So lässt sich im ersten Gang kontrolliert schrauben, während der zweite Gang für höhere Drehzahlen beim Bohren geeignet ist. Genau deshalb fragen sich viele zu Recht: Kann man mit einem Akkuschrauber auch bohren? Die Antwort lautet: ja, wenn es sich um einen Akku-Bohrschrauber oder ein Modell mit entsprechender Bohrfunktion handelt.
Wichtig ist außerdem, den passenden Bohrer für Akkuschrauber auszuwählen. Nicht der Akkuschrauber allein entscheidet über das Ergebnis, sondern immer das Zusammenspiel aus Maschine, Bohrfutter, Bohrer und Material.
Grundsätzlich unterscheidet man vier verschiedene Bohrertypen:
- Metallbohrer
- Holzbohrer
- Stein- bzw. Betonbohrer
- Universalbohrer
Metallbohrer
Metallbohrer verfügen über ein Bohrelement, das kegelförmig aufgebaut ist und über zwei scharfe Schneiden verfügt. Diese erleichtern das kontrollierte Eindringen ins Material. Häufig kommen dabei Bohrer aus Schnellarbeitsstahl, also HSS, zum Einsatz.
Mit dem passenden Aufsatz lassen sich Eisen, Kupfer, Stahl, Messing und Aluminium sauber bearbeiten. Für härtere oder legierte Stähle sind oft speziell beschichtete Varianten sinnvoll. Ein guter Metallbohrer für Akkuschrauber ist hitzebeständig, maßhaltig und für die jeweilige Materialstärke geeignet. Gerade beim Metall bohren mit Akkuschrauber sollten Sie mit angepasster Drehzahl arbeiten und nicht zu viel Druck ausüben, damit Bohrer und Material nicht unnötig belastet werden.

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Holzbohrer
Holzbohrer arbeiten mit einer Zentrierspitze, also einer kleinen Spitze in der Mitte des Bohrers. Sie ermöglicht ein punktgenaues Ansetzen im Holz, ohne dass der Bohrer leicht abrutscht. Zusätzlich besitzen Holzbohrer zwei scharfe Schneiden, wobei die äußere Schneide tiefer sitzt. Dadurch werden die Holzfasern sauber getrennt und das Bohrloch wird ordentlich ausgeführt.
Für die Herstellung kommen je nach Ausführung Carbonstahl, Chrom-Vanadium-Stahl oder spezieller Werkzeugstahl zum Einsatz. Ein Holzbohrer für Akkuschrauber ist die richtige Wahl, wenn Sie in Massivholz, Spanplatten oder andere Holzwerkstoffe bohren möchten. Metallbohrer sind dafür nur bedingt geeignet, weil ihnen die typische Zentrierspitze fehlt.

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Steinbohrer
Steinbohrer sind auch als Betonbohrer bekannt. Die Spitze des Bohrers ist keilförmig und mit einer Hartmetallplatte versehen. Die Schneiden sind weniger scharf als bei Holz- oder Metallbohrern, weil hier nicht geschnitten, sondern das Material schrittweise zerkleinert wird.
Müssen Sie Regale befestigen oder in Mauerwerk bohren, sind Stein- bzw. Betonbohrer die richtige Wahl. Allerdings ist dabei wichtig zu wissen, dass ein normaler Akkuschrauber nur für leichte Bohrungen in weicherem Material geeignet ist. Für härteren Beton oder Stahlbeton reicht die Leistung vieler Geräte nicht aus. Ein Steinbohrer für Akkuschrauber kann also sinnvoll sein, wenn in Kalksandstein, Ziegel oder ähnliches Material gebohrt wird. Für anspruchsvollere Arbeiten ist jedoch oft eine Schlagbohrmaschine oder ein Bohrhammer die bessere Wahl.
Optisch erkennen Sie diese Werkzeuge an der angelöteten Hartmetallplatte an der Spitze. Die Bohrspirale transportiert das Bohrmehl aus dem Loch und sorgt dafür, dass sauber weitergearbeitet werden kann.

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Universalbohrer
Dem Aufbau des Metallbohrers ähnelt der Universalbohrer in vielen Punkten. Wie der Name bereits vermuten lässt, kann dieser Bohrertyp für Holz, Metall oder Stein verwendet werden. Das ist besonders praktisch, wenn im Alltag häufiger mit wechselnden Materialien gearbeitet wird und nicht für jeden Arbeitsschritt sofort ein anderer Bohrer zur Hand sein soll.
Die Besonderheit von Universalbohrern besteht darin, typische Eigenschaften von Holz-, Metall- und Steinbohrern zu kombinieren. Diese Werkzeuge sind vor allem für Anwender interessant, die flexibel bleiben möchten und einen Bohraufsatz für Akkuschrauber suchen, der mehrere Materialien abdeckt. Für hochspezialisierte Arbeiten bleibt jedoch meist der jeweils passende Einzelbohrer die bessere Wahl.
Optisch erkennen Sie Universalbohrer an einer aufgelöteten Hartmetallplatte, die angeschliffen ist. Zudem zeichnen sich Universalbohrer durch wärmefesten und harten Schnellarbeitsstahl als dominierendes Material aus. Weil Diamant-Fliesenbohrer besonders filigrane Arbeiten erledigen, bedürfen diese Werkzeuge einer speziellen Konstruktion.
Diese Diamant-Fliesenbohrer erkennen Sie an kleinen Diamanten auf der Schneidkante. Dadurch wirkt die Oberfläche besonders hart und empfindliche Fliesen können sauber bearbeitet werden, ohne dass sie so leicht ausbrechen.

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Auf was sollte man beim Kauf eines Akkuschraubers achten?
Akkuleistung
Die Akkukapazität eines Akkuschraubers ist wichtig, da sie direkten Einfluss auf Leistung und Ausdauer hat. Je mehr Volt ein Akku aufweist, desto mehr Leistung ist grundsätzlich möglich. Gleichzeitig steigt mit mehr Leistung meist auch das Gewicht des Geräts. Wie lange ein vollgeladener Akku durchhält, hängt zusätzlich von den Amperestunden (Ah) ab.
Für gelegentliche Schraubarbeiten reicht ein kleinerer Akku oft völlig aus. Soll der Akkuschrauber zum Bohren und für längere Einsätze genutzt werden, sind größere Kapazitäten und idealerweise ein Wechselakku sinnvoll. Achten Sie außerdem auf die Qualität des Ladegeräts, denn ein gutes Ladegerät kann die Lebensdauer des Akkus deutlich verlängern.
Ein weiteres Kaufkriterium ist die Ladedauer. Je kürzer die Ladezeit, desto schneller ist das Gerät wieder einsatzbereit. Gerade bei häufigem Einsatz macht das in der Praxis einen spürbaren Unterschied.
Drehmoment
Wie viel Kraft ein Akkuschrauber hat, bestimmt vor allem das maximale Drehmoment. Die Einstellung des Drehmoments in verschiedene Stufen sorgt dafür, dass ab einer bestimmten Belastung keine zusätzliche Kraft mehr übertragen wird und der Schrauber kontrolliert durchrutscht. Das schützt Material, Schraubenkopf und Werkzeug.
Über eine solche Drehmomenteinstellung beim Akkuschrauber verfügen allerdings nicht alle Modelle, besonders im günstigen Segment. Wer unterschiedliche Materialien bearbeitet oder regelmäßig schraubt, sollte auf diese Funktion nicht verzichten. Sie hilft dabei, sauberer zu arbeiten und Schrauben nicht zu überdrehen.
Wie viel Newtonmeter sollte ein Akkuschrauber haben?
Kraftvolle Akkubohrschrauber ohne passende Einstellung können sich beim Arbeiten aus dem Griff des Benutzers entwinden und im ungünstigen Fall auch Schrauben beschädigen. Hersteller geben daher oft mehrere Nm-Werte an, zum Beispiel für harte und weiche Schraubfälle.
Wie viel Drehmoment ein Akkuschrauber haben sollte, hängt stark vom Einsatz ab. Für einfache Möbelmontagen oder leichte Schraubarbeiten genügen meist deutlich geringere Werte. Soll regelmäßig gebohrt oder mit größeren Schrauben gearbeitet werden, ist mehr Leistung sinnvoll. Für Bohrungen sollte mit dem Gerät in vielen Fällen ein Drehmoment von etwa 50 Nm oder mehr möglich sein, noch wichtiger ist in der Praxis aber die gesamte Bohrleistung und die richtige Wahl von Bohrer und Material.
Der passende Akkuschrauber-Bit
Ein Akkuschrauber sollte eine gute Auswahl an Bits mitbringen, damit Sie nicht nur bohren, sondern auch unterschiedliche Schrauben sicher verarbeiten können. Achten Sie darauf, beim Einschrauben immer den passenden Bitsatz zu verwenden. Schon eine kleine Abweichung kann zu Schäden am Schraubenkopf führen.
Wird der falsche Bit verwendet, dreht die Aufnahme im Schraubenkopf schnell durch. Im ungünstigen Fall lässt sich die Schraube dann weder weiter eindrehen noch wieder lösen. Genau deshalb ist die Frage welcher Bit für welche Schraube im Alltag so wichtig. Nehmen Sie sich daher immer kurz Zeit und prüfen Sie, ob Bitprofil und Schraubenkopf wirklich zusammenpassen.

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Farblich markierte Bits
Damit Sie auch bei Arbeiten unter Zeitdruck keine Fehler machen, können Sie Bits farblich markieren. Die Markierungen lassen sich auch auf den jeweiligen Schraubenpackungen anbringen, sodass Sie auf einen Blick sehen, welcher Bit zu welcher Schraube passt.
Diese Markierungen kosten kaum Zeit, verhindern aber viele typische Flüchtigkeitsfehler. Einmal sauber sortiert, greifen Sie deutlich sicherer zum richtigen Bit. Gerade wenn mehrere Profile wie PH, PZ oder Torx im Einsatz sind, zahlt sich eine klare Ordnung schnell aus.
Diese Sortierungs- und Markierungsarbeiten haben noch einen weiteren Vorteil. Sie merken sofort, wenn für eine Schraubenart kein passender Schraubendreher oder Bit im Haus ist. So können Sie Ihre Grundausstattung gezielt ergänzen. Es ist grundsätzlich sinnvoll, Werkzeuge, Schrauben, Nägel und Bohrer für Akkuschrauber regelmäßig auf Vollständigkeit zu prüfen, damit bei einer spontanen Reparatur nichts fehlt.
Kann man mit einem Akkuschrauber in die Wand bohren?
Ja, mit einem passenden Akku-Bohrschrauber lassen sich grundsätzlich auch Löcher in die Wand bohren. Entscheidend ist aber, aus welchem Material die Wand besteht. In weicheres Mauerwerk oder in Ziegel gelingt das mit einem geeigneten Bohrer oft problemlos, während harter Beton viele normale Akkuschrauber an ihre Grenzen bringt.
Wichtig ist außerdem, dass der richtige Bohrer eingesetzt wird und das Gerät zur Aufgabe passt. Wer nur gelegentlich ein kleines Loch bohren möchte, kommt mit einem guten Akkuschrauber mit Bohrfutter oft aus. Für regelmäßig wiederkehrende Bohrarbeiten in Beton oder besonders harte Untergründe ist dagegen eine Schlagbohrmaschine oder ein Bohrhammer meist die bessere und deutlich effizientere Wahl.
Wenn Sie also überlegen, ob Sie mit dem Akkuschrauber Löcher bohren können, lautet die praktische Antwort: ja, aber nur innerhalb der Leistungsgrenzen des Geräts und mit dem passenden Bohrer für Material und Durchmesser.
Was ist der Unterschied zwischen Akkuschrauber und Bohrmaschine?
Der Unterschied zwischen Bohrmaschine und Akkuschrauber liegt vor allem im typischen Einsatzbereich. Ein klassischer Akkuschrauber ist in erster Linie zum Schrauben gedacht und auf kontrolliertes Arbeiten mit Bits ausgelegt. Ein Akku-Bohrschrauber erweitert diesen Einsatzbereich um die Möglichkeit, auch Bohrer einzuspannen und damit Löcher zu bohren.
Eine Bohrmaschine ist stärker auf reine Bohrarbeiten ausgelegt und erreicht häufig höhere Drehzahlen. Je nach Modell bringt sie zudem eine Schlagfunktion mit, die das Bohren in Mauerwerk erleichtert. Wer sich also fragt, ob Akkuschrauber und Bohrmaschine das Gleiche sind, kann das klar verneinen. Es gibt Überschneidungen, aber nicht jedes Gerät deckt jeden Einsatzbereich gleichermaßen gut ab.
Für viele typische Arbeiten im Haushalt ist ein Akku-Bohrschrauber ein sehr praktischer Kompromiss. Wer jedoch häufig in Stein oder Beton bohrt, sollte die Unterschiede kennen und das Werkzeug danach auswählen.
Wie setzt man einen Bohrer in den Akkuschrauber richtig ein?
Ein Bohrer sollte immer gerade und sicher im Bohrfutter sitzen. Öffnen Sie dazu das Bohrfutter so weit, dass der Schaft des Bohrers sauber aufgenommen werden kann. Danach setzen Sie den Bohrer mittig ein und ziehen das Bohrfutter fest zu, bis der Bohrer sicher sitzt und sich nicht mehr verdrehen lässt.
Vor dem Start lohnt sich ein kurzer Kontrollblick. Sitzt der Bohrer schief oder nicht tief genug im Bohrfutter des Akkuschraubers, leidet nicht nur die Präzision, sondern unter Umständen auch die Sicherheit. Gerade wenn regelmäßig zwischen Bit und Bohrer gewechselt wird, zahlt sich sauberes Arbeiten aus. So vermeiden Sie unnötigen Verschleiß und sorgen dafür, dass das Gerät ruhig und kontrolliert läuft.
Fazit
Der passende Akkuschrauber richtet sich immer nach dem geplanten Einsatz. Wer hauptsächlich schraubt, braucht andere Funktionen als jemand, der zusätzlich regelmäßig bohren möchte. Ein guter Akku-Bohrschrauber ist im Alltag besonders vielseitig, wenn Akkuleistung, Drehmoment, Bohrfutter und Zubehör sinnvoll aufeinander abgestimmt sind.
Ebenso wichtig ist die Wahl des richtigen Bohrers. Ob Holz, Metall oder Stein: Erst der passende Bohrer für Akkuschrauber sorgt dafür, dass sauber, materialgerecht und ohne unnötigen Verschleiß gearbeitet werden kann. Wer Gerät, Bohrer und Bit bewusst auswählt, spart sich Fehlkäufe und arbeitet langfristig sicherer und effizienter.


