Schraubengrößen: So finden Sie die richtige

Von | 16. März 2018
Schraubengrößen
Schraubengrößen ©Rudmer Zwerver /123RF

Schrauben zählen zu den beliebtesten Werkzeugen für den Heim- und Handwerker. Mit ihnen lassen sich unzählige Materialien fest und sicher miteinander verbinden. Zudem können verschraubte Elemente einfach und unkompliziert wieder voneinander gelöst werden.

Obwohl es zahllose Arten verschiedener Schrauben gibt, sind alle nach dem gleichen Prinzip gefertigt: Sie bestehen aus einem zylindrischen Stift, der auf ein Gewinde gewalzt wurde, und sie verfügen über einen Schraubenkopf. Je nach Art der Schraube benötigen Sie einen passenden Schraubendreher.

Zu den gängigsten Antriebsformen zählen

  • Kreuzschlitz-
  • Längsschlitz-,
  • Torx- oder Sechskantschrauben.

Je nachdem, was Sie miteinander verschrauben möchten, spielt die Schraubengröße eine wichtige Rolle.

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Die passenden Schraubengrößen

Auf dem Markt gibt es eine so enorme Vielfalt an Schraubengrößen. Die unterschiedlichen Größen bringen natürlich Vorteile und schaffen eine Basis, für jedes bauliche Vorhaben die optimale Schraubengröße zu finden und so für eine stabile und sichere Verbindung zu sorgen.

Welche Schraubengrößen sich für Ihr Projekt eignen, sollten Sie sowohl von der Stärke des Materials, als auch vom Durchmesser des Bohrlochs abhängig machen und so eine nicht spannende, aber feste Verbindung zweier Werkstoffe begünstigen. Um das richtige Loch für die passende Schraube zu bohren, müssen Sie die Schraube vor Beginn der Heimwerkertätigkeit messen. Auch bei der Wahl der Schraubenart ist einiges zu beachten.

Schraubengrößen

©Eduardo Gonzalez Diaz/123RF

Wie wird die Größe einer Schraube richtig ermittelt?

Die Maße einer Schraube werden immer nach dem Maß des Durchmessers und der Länge angegeben. Um Schraubengrößen richtig zu ermitteln, messen Sie die Schraube in ihrer Gesamtheit. Hierzu zählt auch der Schraubenkopf, wenn Sie zu Senkschrauben tendieren und damit ein Modell wählen, welches vom Kopf bis zur Spitze vollständig im Material verschwindet.

Bei Schrauben mit aufliegendem Kopf ist die Messung ein wenig anders vorzunehmen. Hier spielt der Schraubenkopf keine Rolle in der Länge, da dieser oberhalb des Werkstücks verbleibt und nicht im Material eingelassen ist.

Neben der Länge, die auf der Packung vermerkt ist und sich mit einem Zollstock oder Messschieber einfach bestimmen lässt, spielt auch die Dicke der Schraube eine starke Rolle. Eine feste Verbindung lässt sich nur dann generieren, wenn Bohrung und Schraubengröße harmonieren und die Verbindung nicht wackelig oder zu straff ist und dadurch unter Spannung stehen würde.

Schraube messen

©helgidinson/123RF

Die Kriterien zur Ermittlung der optimalen Schraubengrößen sind gleich, egal aus welchem Material die Schrauben gefertigt sind und für welche Materialverbindung sie zum Einsatz kommen.

Zuerst sollten Sie wissen, dass eine Schraube aus dem Schraubenkopf, dem Schaft, dem Gewinde und der Spitze besteht. Um beim Schraubengröße messen keinen Fehler zu begehen, müssen Sie den Zollstock oder Messschieber an der gesamten Länge der Schraube anlegen und auch die Spitze, sowie den Kopf einbeziehen.

Auf der Verpackung von Schrauben ist die Größe einheitlich in Länge x Durchmesser angegeben. Finden Sie beispielsweise die Information 5×120, handelt es sich um eine Schraubengröße von 5mm Durchmesser, sowie 120mm Länge.

Instruktionen zum Schraubengrößen messen

Beim Schraubengrößen messen ist es wichtig, dass Sie den Schraubenkopf nicht aussparen und das Messgerät vom Kopf bis zum Ende der Spitze anlegen. Bei Schrauben mit rundem Kopf könnten Sie diese Methode zwar anzweifeln, da der Schraubenkopf nicht im Material versenkt wird und auf dem Werkstück aufliegt.

Mit dieser Theorie haben Sie die richtige Überlegung getroffen. Das Prinzip von Kopf bis Spitze gilt lediglich für Schrauben mit Senkkopf, die vollständig im Werkstück eingebracht und daher in ihrer vollen Länge verarbeitet werden.

Bei Schrauben mit einem abgerundeten und über dem Werkstück stehenden Kopf, sowie bei Gewindeschrauben mit Kontermutter messen Sie von der Spitze bis zum unteren Teil des Kopfes. Der Kopf selbst spielt hier in der Schraubengröße keine Rolle und ist auf der Verpackung ebenfalls nicht in die angegebene Länge einbezogen.

Schraubengrößen messen ist nicht schwer, wenn Sie das Messgerät präzise anlegen und sich an den Grundlagen für Senkkopfschrauben und Schrauben mit überstehendem Kopf orientieren.

Schrauben unterschiedlicher Größen

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Warum sollte man vor der Verarbeitung Schraubengrößen messen?

Da die Größe der Schraube auf der Verpackung angegeben ist, könnten Sie sich das Schraubengrößen messen eigentlich sparen. Doch hilft die Messung dabei, die optimale Schraube für Ihre Bohrung zu finden und eine durch Sichtkontrolle getroffene Entscheidung zu treffen. Die Angaben auf der Verpackung sind korrekt, doch ist hier Ihr Vorstellungsvermögen gefragt.

Wenn Sie die Schraubengrößen messen und die Länge vor Augen auf Ihrem Messschieber sehen, können Sie gezielt entscheiden und erkennen, ob die gewählte Schraube sich wirklich für die geplante Verbindung eignet und keinesfalls zu groß für die Dicke Ihres Werkstücks ist.

Zum Schraubengrößen messen gehört dazu, dass Sie im Gegenzug auch die Stärke des Werkstücks messen und so in Erfahrung bringen, ob die Schraubverbindung überzeugt oder ob eine Schraube zu kurz und somit in der Verbindung nicht stabil und sicher ist.

Gleiches gilt für die Vermeidung von Problemen, die durch eine zu lange Schraube entstehen und die zur Beschädigung des Werkstücks führen kann.

Einschraubtiefe und der Durchmesser einer Schraube

Ob eine Schraube für das vorgesehene Projekt verwendet werden kann, hängt von der Einschraubtiefe und dem Durchmesser der Schraube ab. Bei Holzschrauben müssen Sie zusätzlich zwischen der Einschraubtiefe und der Eindringtiefe unterscheiden.

Geht es um sechskantige Maschinenschrauben, steht die Zugfestigkeit auf der Packung oder auf der Schraube selbst. Wenn Sie dort beispielsweise „8.8“ lesen, dann ist die Zugfestigkeit dieser Schraube mit 800 N/Quadratmillimeter vorgesehen.

Um dem Sicherheitsaspekt Folge zu leisten, ist eine genaue Kenntnis über die Schraubengröße ratsam. Der Fachhandel hält relevante Kataloge bereit, die Ihnen wertvolle Hinweise darauf geben, mit welcher Schraubengröße Sie welches Material verarbeiten können.

Schrauben nach DIN und ISO

©Mark Ansttz/123RF

 

Schraubengrößen-Tabellen – was man daraus ablesen kann

Durch Normung werden Schrauben unterschiedlicher Hersteller aus verschiedenen Ländern untereinander vergleichbar bzw. austauschbar. Dabei werden grundlegende Maße und Eigenschaften in einem Standard, also einem Normensystem, festgelegt. Allerdings existieren mehrere derartige Systeme. Innerhalb dieser werden in Tabellen alle damit zusammenhängenden Größen und Maße wiedergeben.

Jede Schraubenart ist innerhalb des betrachteten Normensystems mit einer Nummer klassifiziert. Durch Angabe dieser Norm-Nummer wird festgelegt, um welche Art von Schraube es sich handelt, die Kopfform, das Gewinde usw. Zum Beispiel bei einer Sechskantschraube mit einem annähernd bis zum Kopf reichenden Gewinde. Zu jeder dieser Norm-Nummern gibt es eine Tabelle, in der zu den verschiedenen Größen alle zugehörigen Abmessungen aufgelistet sind.

Bei den Normensystemen handelt es sich um DIN, ISO und EN. Die Abkürzungen stehen für Deutsches Institut für Normung und International Organization for Standardization bzw. EU-Norm.

Schraubenmessung

©iamnee/123RF

Die Größenangaben innerhalb einer Tabelle im Einzelnen

Über der Tabelle finden Sie die Nummer innerhalb des betrachteten Normensystems. Zum Beispiel steht die Norm DIN 933 bzw. EN und ISO 4017 für eine Sechskantschraube mit Gewinde bis annähernd zum Kopf. In der Tabelle finden Sie nun genaue Angaben zu den Abmessungen der Schraube. Welche dieser Größen sinnvoll sind, hängt von der Schraubenart ab. Für unser Beispiel handelt es sich um diese:

  • Gewindedurchmesser in Millimetern mit vorangestelltem Buchstaben für die Art des Gewindes, Beispiel: M16 steht für metrisches Gewinde von 16 Millimetern Durchmesser
  • Schlüsselweite, Beispiel: 24 für eine M16-Schraube
  • Eckmaß am Kopf in Millimetern, in unserem Beispiel: 26,75
  • Kopfhöhe in Millimetern, entsprechend: 10

Im Vergleich: Sechskantmuttern nach DIN und ISO-Normen

NormDIN 934 ISO 4032 DIN 439 ISO 4035 
Nenn-ØHöhe (mm)
m max.
SW
(mm)
Höhe (mm)
m max.
SW
(mm)
Höhe (mm)
m max.
SW
(mm)
Höhe (mm)
m max.
SW
(mm)
M10,82,5
M1,213
M1,41,23
M1,61,33,21,33,213,213,2
M21,641,641,241,24
M2,525251,651,65
M32,45,52,45,51,85,51,85,5
M3,52,862,862626
M43,273,272,272,27
M5484,782,782,78
M65105,2103,2103,210
M86,5136,813413413
M108178,416517516
M12101910,818619618
M14112212,821722721
M16132414,824824824
M18152715,827927927
M201630183010301030
M22183219,43411321134
M24193621,53612361236
M27224123,84113,54113,541
M30244625,64615461546

Weiterhin können folgende Größen angegeben sein:

  • Die Gewindelänge bei Teilgewindeschrauben, also solchen, bei denen das Gewinde nicht bis zum Kopf reicht,
  • die Tiefe des Schlitzes bei Schlitzschrauben,
  • die Breite des Schlitzes bei Schlitzschrauben und
  • ein gewindeloses Ende.

Zusätzlich zur Norm werden Länge, Beschaffenheit und Material angegeben. So ist eine Schraubenstärke in der Regel in verschiedenen Längen verfügbar. Die Beschaffenheit wird durch eine Codierung bezeichnet, z.B. rostfrei A2 oder rostfrei A4. Weiterhin ist meistens eine Liste von Materialien, eventuell ebenfalls mit einer genaueren Spezifizierung aufgeführt, z.B. Kupfer, Messing, Stahl 10.9, Stahl 8.8 usw.

Da die Größenangaben zu den einzelnen Normen sehr speziell sind, wird die betrachtete Schraube zu jeder Tabelle üblicherweise in einer vereinfachten technischen Zeichnung dargestellt, so wird auf einen Blick veranschaulicht, was unter den einzelnen Zahlenangaben genau zu verstehen ist.

Abweichungen von DIN zu ISO bzw. EN

Seit Jahren ist man um eine Vereinheitlichung der Normensysteme bemüht, d.h. es wird versucht, alle relevanten Normen auf einen gemeinsamen internationalen Nenner zu bringen. Im vorher erwähnten Beispiel ist das für die Sechskantschraube DIN 933 bzw. ISO oder EN 4017 erfolgt. Trotzdem kann es Abweichungen, z.B. in der Angabe der Schlüsselweiten geben. Doch insgesamt sind die durch die Normensysteme festgelegten Schraubengrößentabellen eine gute Orientierungshilfe.

Spax-Schraubengrößen

Spax Schrauben sind nicht etwa eine besondere Bezeichnung für eine Schraube mit speziellem Kopf oder der Notwendigkeit eines nur für diese Schraube passenden Werkzeugs. Vielmehr handelt es sich bei der Begrifflichkeit Spax um einen geschützten Markennamen, der unterschiedliche Spax-Schraubengrößen hervorbringt und so für ganz individuelle Einsatzgebiete fokussiert ist.

Welche Spax-Schraubengröße für welches Einsatzgebiet?

Spax Schrauben sind selbstschneidende Schrauben für den universellen Einsatz. Sie unterscheiden sich in klassischen Schrauben für Holzverbindungen, sowie in Ausführungen mit Schlitzkopf. Nicht die Schraube selbst verändert sich durch ihren Kopf, sondern lediglich der Kerndurchmesser des Kopfes selbst. Während die Spax Schraubengrößen in der Vergangenheit größtenteils in der Holzverarbeitung und der Verbindung von Holzteilen eine Rolle spielten, gibt es unterdessen eine Vielfalt an Ausführungen, verschiedenen Längen und Durchmessern, sowie Spax Schrauben für unterschiedliche Materialien.

Aufgrund der enormen Verbreitung dieser Schrauben sind Modelle unter der Bezeichnung Spax auf dem deutschen Markt zu einem Synonym für Spanplattenschrauben geworden. Doch stimmt dies nicht ganz, da die verschiedenen Spax-Schraubengrößen und die stabilen Materialien in der Fertigung dieser Schrauben für eine Vielfalt an Materialien geeignet sind und längst nicht nur in der Verbindung von Spanplatten zum Einsatz gebracht werden.

Ebenso gibt es Spax in der heutigen Zeit auch mit Torx Schraubkopf, sowie mit Kreuzschlitz und anderen speziellen Köpfen, für die das jeweils passende Werkzeug zur Einbringung im Material benötigt wird. Alle Spax-Schraubengrößen verfügen über eine Spitze, die sich ohne Vorbohrung ins Material fräst und aus diesem Grund gerade im Holzbau so beliebt sind.

Die Schraubengrößen sind auf der Verpackung vermerkt und werden je nach Kopfform mit oder ohne Schraubenkopf bemessen. Bei Spax Schrauben mit Senkkopf fließt der Kopf in die Bemessung ein, während bei Sechskantschrauben oder Schrauben mit anderen Kopfformen die Messung der Schraubenlänge unter dem Schraubenkopf beginnt. Die Spitze wird in jedem Fall in die Messung einbezogen.

Kleinere Spax Schraubengrößen eignen sich für die Befestigung von Rückwänden, sowie die Verbindung dünnerer Platten oder die nicht sichtbare Verschraubung, die beispielsweise im Möbelbau Verwendung findet. Spax Schrauben können für eine Befestigung der Arbeitsplatte auf der Küchenzeile, sowie für den Bau von Schränken und Betten, aber auch in der Verlegung von Fußbodenplatten oder einer Auskleidung von Räumlichkeiten mit Gipskarton zum Einsatz kommen.

Durch die vielseitigen Spax Schraubengrößen und die damit einhergehenden vielfachen Verwendungsmöglichkeiten, hat sich die Marke Spax längst zu einem der beliebtesten Hersteller für Schrauben etabliert und ist nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa bekannt. Von Spax gibt es für alle Arbeiten im Bau- und Handwerksbereich die passenden Schraubengrößen, die sich in ihrer DIN-Norm und den Grundlagen zur Bemessung nicht von Schrauben anderer Hersteller unterscheiden.

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