Verbundmörtel: Anleitung zur richtigen Verwendung

Von | 24. August 2018
Verbundmörtel
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Um leichte Objekte oder auch schwere Lasten zu befestigen, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, darunter Dübel, Schrauben oder Klebstoffe. In vielen Fällen reichen diese Materialien aber nicht aus, sei es, dass das zu befestigende Objekt zu schwer ist oder der Untergrund die Verwendung nicht erlaubt. Abhilfe schafft hier Verbundmörtel, der eine sichere und stabile Verankerung gewährleistet und sich mit seinen positiven Eigenschaften und seiner unkomplizierten Handhabung bei Handwerkern großer Beliebtheit erfreut.

Die folgende Anleitung soll Ihnen aufzeigen, was Verbundmörtel ist und wie Sie ihn für Ihre Aufgaben richtig anwenden. Auch wenn Sie kein Profi sind – die Arbeit mit dem Mörtel ist keine unlösbare Sache, wenn Sie sorgfältig vorgehen.

Was genau ist unter Verbundmörtel zu verstehen?

Verbundmörtel hat einen gräulichen Farbton und wird auch als Injektionsmörtel bezeichnet, ein Begriff, der bereits auf die Anwendung mittels Injektionen in das Mauerwerk oder den Untergrund hinweist. Dementsprechend wird der Mörtel zum leichten Befüllen von Bohrlöchern in Kartuschen abgefüllt und verkauft, die aus Kunststoff oder Aluminium bestehen.

Wenn Sie beispielsweise Löcher in ein Mauerwerk bohren, um Anker- oder Gewindestangen für Treppen, Geländer u.ä. anzubringen, können diese mit Verbundmörtel sicher befestigt werden. Er übernimmt dann die Funktion von Dübeln, kann aber durch seine Belastungsfähigkeit weit schwerere Teile tragen als eine Kombination aus Dübeln und Schrauben. Da der Mörtel zudem wasserundurchlässig ist, lässt er sich auch für Abdichtungen gegen Feuchtigkeit verwenden.

Verbundmörtel

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Vor der Verarbeitung

Das erste Augenmerk gilt dem Material, in das Löcher gebohrt werden sollen. Eine Prüfung ist wichtig, damit der weitere Ablauf richtig vollzogen wird. Die zwei wesentlichen Varianten sind hierbei ein massives Vollmauerwerk ohne Hohlräume sowie ein Hohlmauerwerk, das aus Kammer- oder Lochsteinen besteht. Die Verarbeitung des Mörtels ist bei beiden Mauerwerk nahezu gleich und unterscheidet sich nur in einem Punkt.

Welche Werkzeuge Sie benötigen

Für die Arbeit mit Verbundmörtel benötigen Sie eine Reihe von Werkzeugen und Materialien, die Sie sich am besten vor Beginn der Arbeit zurechtlegen, damit Sie alles griffbereit in der Nähe haben. Folgendes Zubehör wird benötigt:

  • eine Bohrmaschine mit einem passenden Bohrer für Gestein
  • die Kartusche (oder mehrere) mit dem Injektionsmörtel
  • einen Statikmischer
  • einen Ausbläser
  • eine Rohrbürste sowie
  • Siebhülsen, falls es sich um ein Hohlmauerwerk handelt

Schritt für Schritt zu einem befriedigenden Ergebnis

Wenn alles bereitliegt, können Sie mit der Arbeit beginnen. Wir haben für Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Verarbeitung in einem Vollmauerwerk erstellt sowie eine für Hohlmauerwerke. Zum Teil ist der Ablauf gleich, zum Teil unterscheidet er sich.

Verbundmörtel im Vollmauerwerk

1. Schritt – Bohren

Bohren Sie zunächst ein Loch mit der gewünschten Tiefe und dem erforderlichen Durchmesser. Achten Sie darauf, dass Sie einen passenden Bohraufsatz verwenden, damit weder der Aufsatz noch das Material Schaden nehmen.

Verbundmörtel

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2. Schritt – Reinigung des Bohrlochs

Anschließend muss das Bohrloch gründlich gereinigt werden, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Dazu nehmen Sie die Rohrbürste oder eine schmale Drahtbürste und entfernen damit das Bohrmehl. Häufig löst sich dabei auch noch loses Gestein von den Bohrlochwänden. Dann nehmen Sie den Ausbläser zur Hand und pusten den Rest an Staub aus dem Loch. Zwischendurch sollten Sie auch die Bürste gründlich säubern, damit der Staub vom letzten Loch nicht in das nächste gerät. Das würde nur zusätzliche Arbeit nach sich ziehen.

Seien Sie nicht zu nachlässig bei der Reinigung, sondern führen Sie diese gründlich durch, da nur ein sauberes Loch eine gute Haftung des Verbundmörtels gewährleistet.

3. Schritt – Einspritzen des Verbundmörtels

Bevor der Verbundmörtel eingespritzt werden kann, müssen Sie ihn mit einem Statikmischer gründlich verrühren, denn es handelt sich hierbei um einen Zwei-Komponenten-Mörtel. Dazu befestigen Sie den Mischer an der Kartusche und pressen etwas von der Masse heraus. Sobald er seine charakteristische gräuliche Farbe gleichmäßig aufweist, können Sie ihn verwenden. Wir empfehlen, die ersten Zentimeter mit einer unregelmäßigen Färbung nicht zu benutzen.

Führen Sie die Kartusche bis ans Ende des Bohrlochs ein und beginnen Sie, gleichmäßig und langsam von hinten nach vorn den Mörtel einzuspritzen. Dabei sollten sich keine Hohlräume oder Luftblasen bilden, die das Haftungsergebnis verschlechtern. Vermeiden Sie aber, das Loch ganz mit Mörtel zu füllen – zwei Drittel genügen in der Regel – damit dieser beim Eindrehen der Gewinde- oder Ankerstange nicht herausquillt und auf den Boden tropft. So vermeiden Sie unnötige Reinigungsarbeiten an Wänden oder auf dem Fußboden.

4. Schritt – Anker- oder Gewindestange eindrehen

Der Einsatz der Ankerstange sollte ebenfalls sehr sorgfältig erfolgen. Schieben Sie dazu die Stange nicht einfach in den Verbundmörtel, sondern drehen Sie sie ein. Dadurch wird der Mörtel ordentlich in das Gewinde eingearbeitet und schafft eine perfekte Verbindung von Ankerstange und Mauerwerk.

5. Schritt – Aushärten des Mörtels

Haben Sie alle Löcher gebohrt, mit Mörtel gefüllt und die Gewindestangen eingesetzt, können Sie erst einmal die Hände in den Schoß legen. Es ist unerlässlich, dass der Verbundmörtel völlig aushärtet, bevor sie Ankerstangen belasten. Sie sollten letztere auch nicht mehr anfassen, sondern sich in Geduld üben. Achten Sie auf die Beschreibung auf der Kartusche. Je nach Hersteller kann die Trockenzeit von Mörtel zu Mörtel variieren. Bei normaler Raumtemperatur beträgt sie etwa 45 Minuten, bei kälteren Temperaturen verlängert sich die Zeit.

Sobald der Verbundmörtel ganz ausgehärtet ist, können Sie fortfahren. Die Ankerstangen sind jetzt belastbar, und Sie können das vorgesehene Objekt anbringen.

Verbundmörtel im Hohlmauerwerk

Die Arbeit mit Verbundmörtel in Hohlmauerwerken ist etwas aufwändiger und schwieriger. Wenn Sie ihn nämlich einfach nur in das Bohrloch einspritzen, kann er sich in den Hohlräumen der Mauersteine verteilen, so dass am Ende keine ausreichende Haftung möglich ist. Mit unserer Anleitung lässt sich dieser Vorgang aber ebenfalls ohne größere Probleme durchführen.

Die Schritte 1 und 2 führen Sie – wie oben beschrieben – genauso durch wie bei einem Vollmauerwerk.

3. Schritt – Einsetzen der Siebhülse

Setzen Sie jetzt die Siebhülse in das Bohrloch ein. Diese nützlichen Helfer bestehen entweder aus Kunststoff und sind in festen Größen erhältlich, ähnlich wie Dübel. Oder sie werden aus einem Metallgewebe gefertigt, das sie als Meterware kaufen und beliebig zuschneiden können.

4. Schritt – Einspritzen des Verbundmörtels

Diesen Schritt führen Sie ebenfalls durch wie oben beschrieben. Der Verbundmörtel wird dabei in der Siebhülse verteilt, ohne dass er in Hohlräumen verschwinden kann.

5. Schritt – Anker- oder Gewindestange eindrehen

Wenn Sie die Gewindestange in die Siebhülse eindrehen, wird der Mörtel durch das Gitter gepresst und die Hülse mit dem Mauerwerk verbunden.

6. Schritt – Wie gehabt: Warten

Auch bei der Verwendung von Siebhülsen ist ein vollständiges Aushärten des Verbundmörtels erforderlich, damit der den zukünftigen Belastungen gewachsen ist.

Nun ist das Werk vollbracht und Sie können Ihr Treppengeländer, ein neues Regal oder ein anderes Objekt an der gewünschten Stelle anbringen. Verbindungen mit Injektionsmörtel sind im Vergleich zu anderen Befestigungen äußerst robust und eignen sich vor allem für schwere Lasten. Wenn Sie die Vorgaben der Hersteller auf der Kartusche und diese Anleitung sorgfältig beachten und nachvollziehen, dürften Sie bei der Ausführung keine Probleme bekommen und können sich schon bald auf ein perfektes Ergebnis freuen.

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