Bodenhülsen einschlagen: So machen Sie alles richtig

Von | 14. Juni 2018
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Haben Sie schon einmal Holzpfosten ungeschützt ins Erdreich geschlagen und darauf anschließend etwas gebaut, werden Sie um die hohe Belastung durch Witterung & Co. Bescheid wissen. Aus diesem Grund existieren Bodenhülsen, die Sie zuerst in die Erde schlagen und darin anschließend die Holzpfosten befestigen. Mit ihrem Metallmantel schützen sie das Holz nachhaltig. Wir zeigen Ihnen jetzt, wie Sie mit diesen Hilfsmitteln richtig umgehen und sie in den Boden einschlagen.

Aufbau einer Bodenhülse

Den Teil, den Sie nach erfolgreicher Befestigung der Einschlagbodenhülse im Erdreich noch sehen, nennt man im Fachjargon den Topf. Darin wird später der eigentliche Holzpfosten untergebracht. Der Topf sollte den Holzpfosten komplett umschließen, um Nässe, Tieren & Co. keine Chance zu lassen. Das bedeutet gleichzeitig, dass der Topf auch der Größe des Holzpfostens entsprechen muss – und der Form. Es existieren sowohl rechteckige als auch runde Töpfe für Einschlagbodenhülsen. Sie sind darüber hinaus mit Bohrlöchern ausgestattet, um den späteren Pfosten zu arretieren. Löcher für die Entwässerung bei starkem Regen sind ebenfalls vorhanden.

Der nicht sichtbare Teil ist wesentlich größer – ähnlich wie einem Eisberg – und wird Anker genannt. Der Erdanker steckt im Boden und hält den Topf (und damit die restliche Konstruktion des Projekts) an Ort und Stelle. Es gibt keine „Standardgröße“ für diese Anker. Vielmehr sollten Sie vor dem Kauf wissen, welche Länge Sie ungefähr brauchen. Üblich sind Größen zwischen 60 und 100 Zentimeter. Bedenken Sie, dass für einen Eintrieb von einem Meter natürlich auch halbwegs lockeres Erdreich bis in diese Tiefe vorhanden sein muss. Als Faustregel gilt: Je lockerer das Erdreich, desto länger sollte auch der Erdanker sein, um Stabilität zu gewährleisten.

Bodenhülse für Pfosten

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Einschlag der Bodenhülse

So geht es schief!

Haben Sie sich für ein passendes Modell entschieden, folgt der Einschlag der Bodenhülse ins Erdreich. Hier drohen gleich zwei Fehler:

Sie nehmen sich einen ausreichend großen Hammer und schlagen direkt auf die Einschlagbodenhülse. Dies kann dazu führen, dass sich der Topf oder der Erdanker verbiegen (abhängig von der aufgewendeten Kraft). Weiterhin brauchen Sie einen ausgesprochen breiten Kopf an dem Hammer, um den Topf überhaupt vollständig zu treffen – was nämlich meistens nicht der Fall ist. Eher schlagen Sie auf einen kleinen Anteil des Topfes, was zu Schäden und Verbiegen führen kann.

Ebenfalls falsch wäre es, den Holzpfosten bereits vorab in die Bodenhülse zu stecken und diese dann mit dem Pfosten als Hilfsmittel in den Boden zu treiben. Treffen Sie den Pfosten nicht richtig, splittert das Holz eventuell im oberen Bereich oder unten am Aufsatz des Holzes in der Bodenhülse – oder an beiden Bereichen. In jedem Fall steht der Austausch des Balkens und eventuell der Bodenhülse im Raum, falls diese ebenfalls beschädigt wurde.

Halten Sie im Hinterkopf am besten, dass Sie niemals direkt mit dem Hammer mit der Bodenhülse oder dem Pfosten interagieren sollten. Es kann zwar alles gutgehen, allerdings ist das Risiko einfach zu hoch.

So klappt es!

Im Prinzip haben Sie zwei Optionen: Die Do-it-yourself-Variante oder den Kauf eines Hilfsmittels aus dem Baumarkt. Gehen wir zuerst auf letztere Variante ein.

Bei gekauften Einschlaghilfen handelt es sich meistens um speziell angefertigte Produkte aus Kunststoff. Es handelt sich um ein kegelförmiges Hilfsmittel, das aufgrund dieser Form für Töpfe von beinahe jeder Größe geeignet ist – sowohl eher schmale als auch breite Varianten. Stecken Sie die Einschlaghilfe oben in den Topf und arretieren Sie sie.

Sobald ein stabiler Halt gewährleistet ist, schlagen Sie mit dem Hammer auf die Einschlaghilfe und treiben Sie nach und nach ins Erdreich. Am Ende entnehmen Sie die Hilfe wieder und freuen sich über eine akkurat in den Boden geschlagene Hülse. Schäden entstehen nicht, da der Kunststoff nicht splittern wird.

Die zweite Variante haben Sie vielleicht noch im Keller liegen: Mit einem Holzklotz – der einigermaßen stabil sein sollte – erzielen Sie dasselbe Resultat. Eventuell ist ein wenig Zuschnitt notwendig, damit der Klotz in den Topf passt. Der Sitz muss nicht zu 100 % gewährleistet sein.

Achten Sie jedoch darauf, dass das Holz ausreichend weit nach oben über den Rand des Topfes hinausschaut. Andernfalls kann es sein, dass Sie weiches Holz so weit einschlagen, dass der Hammer am Ende doch wieder auf dem Rand des Topfes landet, der sich dadurch natürlich verbiegen kann – und schon können Sie die Bodenhülse wegschmeißen. Einigermaßen stabiles Holz ist also gefragt.

Gerader Einschlag der Bodenhülse

Schafft es die Bodenhülse nicht gerade in den Boden, wird logischerweise auch der Pfosten im Anschluss nicht gerade stehen. Die simpelste Lösung für dieses Problem steht in Form der Wasserwaage bereit: Nach einigen Schlägen kontrollieren Sie damit immer wieder, ob Sie die Einschlagbodenhülse noch waagerecht in das Erdreich treiben oder nicht. Falls nicht: Da die Bodenhülsen aus Metall bestehen, verkraften sie einige Schläge an die Seiten, um den Kurs zu korrigieren. Gewöhnen Sie sich dabei an strikte Intervalle: Schlagen Sie beispielsweise fünf Mal zu und schauen Sie dann wieder, ob Sie noch waagerecht sind.

Wasserwaage

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Eine (teurere) Alternative sind Bodenhülsen mit einem Metallteller unterhalb des Topfes. Dabei handelt es sich um verstellbare Bodenhülsen: Mithilfe von (meistens) zweier Muttern bestimmen Sie den Winkel des Topfes auch im Nachhinein. Sollten Sie also erst im Anschluss bemerken, dass der Holzpfosten nicht zu 100 % senkrecht im Boden steckt, können Sie den Winkel mithilfe der Muttern im Nachhinein noch um einige Grad korrigieren.

Möchten Sie ganz sichergehen, sollten Sie beim Einschlag sowohl die Wasserwaage nutzen als auch im Nachhinein mit den Muttern an der Seite des Tellers nachkorrigieren. Insgesamt ist es sehr wichtig, diesen Punkt gewissenhaft abzuarbeiten. Schief eingeschlagene Bodenhülsen können die gesamte Konstruktion in Mitleidenschaft ziehen!

Haltbarkeit der Konstruktion

Sobald Sie mit der Montage des Projekts fertig sind, werden Sie sich eventuell fragen, wie lange Sie Spaß an Ihrer Konstruktion haben werden. Dies ist sehr unterschiedlich, da Größe, Gewicht und Standort und damit Belastung die Haltbarkeit beeinflussen. Rechnen Sie aber auf jedem Fall mit einer problemlosen Nutzungsdauer von zehn Jahren, wenn Sie bei der Montage keine Fehler gemacht haben.

Die erste Regel lautet daher: Qualität. Kaufen Sie keine Einschlagbodenhülsen aus Kunststoff und auch nicht die erstbesten Modelle mit attraktivem Preisschild. Werfen Sie, wenn möglich, einen Blick auf die Schweißnähte zwischen den einzelnen Elementen, da diese häufig zuerst nachgeben, wenn es zu Schäden kommt. Starke Schweißnähte sind die beste Option, einzelne, kaum sichtbare Schweißpunkte werden früher oder später Probleme machen.

Der Standort kann ebenfalls sehr wichtig sein: Im Freien gelegene Konstruktionen (Zäune oder Carports beispielsweise) werden oft zum Spielball starker Winde. Hier gibt es kaum geeignete Ratschläge: Falls Sie auf zusätzliches Einbetonieren verzichten, könnte sich die Bodenhülse nach und nach lockern und einen Carport bei starkem Wind schwanken lassen. Verwenden Sie Beton, wird die Konstruktion hingegen zu starr und ein Abreißen des Topfes droht langfristig.

Spaten

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Entfernen der Bodenhülsen

Haben die Bodenhülsen ihre Pflicht getan und Sie möchten die gesamte Konstruktion abreißen, folgt der schwierige Teil der Entnahme aus dem Erdreich. Zuerst sei gesagt: Alles, was funktioniert, ist auch erlaubt. Die Bodenhülsen selbst können sie nach jahrelangem Einsatz wahrscheinlich ohnehin nicht mehr verwenden. Sie können also nichts mehr „kaputtmachen.“

Sie könnten die Hülsen also beispielsweise ausgraben, was bei einem Eintrieb von etwa einem Meter ins Erdreich aber selbst mit Hilfe durch Freunde sehr schwierig sein kann. Eine Alternative besteht darin, die Hülsen mit Hebelwirkung unterhalb des Topfes aus dem Boden zu heben – das hängt aber von der Umgebung ab und davon, wie fest die Bodenhülsen im Erdreich verankert sind.

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